Pharmageschäft stützt deutsche Chemieindustrie

Die deutsche Chemieindustrie wächst derzeit nur dank kräftiger Exporte und eines starken Pharmageschäfts. Im zweiten Quartal stieg der Branchenumsatz um 2,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

„Die chemisch-pharmazeutische Industrie hat ihren Wachstumskurs im zweiten Quartal 2015 moderat fortgesetzt“, teilte der Verband der Chemischen Industrie (VCI) am Mittwoch mit. Während die Erlöse im Inland um 1,2 Prozent sanken, erhöhte sich der Auslandsumsatz um 4,7 Prozent. Vor allem die Ausfuhren in die USA legten deutlich zu.

Dabei kam den Unternehmen auch der schwache Euro zu Gute. Die Preise für Chemieprodukte fielen binnen Jahresfrist um 2,6 Prozent, konnten im Vergleich zum Vorquartal aber erstmals seit drei Quartalen wieder zulegen. Die Produktion von Chemikalien und Pharmazeutika stieg um 3,4 Prozent, wozu jedoch fast ausschließlich das Pharmageschäft beitrug. Ohne dieses wäre die Produktion nicht vom Fleck gekommen.

Für das Gesamtjahr erwartet der VCI ein „bescheidenes“ Wachstum, wegen des starken Exportgeschäfts aber etwas mehr als bislang. Der Branchenumsatz werde voraussichtlich um 1 (bislang 0,5) Prozent auf 192,7 Milliarden Euro steigen. Die Produktion dürfte unverändert um 1,5 Prozent zulegen, die Preise dagegen um 2,5 (bislang zwei) Prozent fallen.

„Die Verunsicherung wegen einer drohenden Insolvenz Griechenlands und wegen der sich verstärkenden Wachstumsschwäche der Schwellenländer war deutlich zu spüren“, heißt es im Quartalsbericht. „Die deutsche Chemie fährt daher weiterhin auf Sicht. Unter dem Strich rechnen die Unternehmen nur mit einem leichten Aufwärtstrend in der zweiten Jahreshälfte.“

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