Österreich: USA und Mexiko beflügeln Exportgeschäft

Die österreichischen Exporte haben sich in den ersten sechs Monaten um 1,4 Prozent erhöht. Besonders hoch war die Nachfrage in den USA und in Mexiko. Hier waren die Wachstumsraten sogar zweistellig.

Im ersten halben Jahr konnte Österreich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sein Handelsbilanzdefizit fast halbieren. Innerhalb eines Jahres sank es von 1,6 Milliarden Euro auf 0,9 Milliarden Euro, so die Wirtschaftskammer Österreich (WKO). Das ist vor allem dem deutlich höheren Wachstum der Exporte zu verdanken. Während die Exporte um 1,4 Prozent auf ein Volumen von 64,4 Milliarden Euro stiegen. Die Importe erhöhten sich lediglich um 0,2 Prozent.

„Besonders erfreulich“ sei vor allem die überdurchschnittliche Entwicklung in den Überseedestinationen, sagte Christoph Leitl, der Präsident der Wirtschaftskammer. So stiegen die Exporte in die USA um 19,6 Prozent und nach Mexiko sogar um 25,7 Prozent. Im Vergleich dazu stiegen die Ausfuhren nach Deutschland nur um 0,8 Prozent. Die Exporte nach China allerdings fielen um 3,3 Prozent.

Es zeigte sich jedoch auch, dass Österreich weiterhin von den Wirtschaftsbeziehungen zu Mittel- und Osteuropa (MOEL) profitiert. Hier kletterten die Exporte in den ersten sechs Monaten um 6,6 Prozent nach oben. Allein zwischen 2005 und 2014 wuchs beispielsweise der Exportanteil der MOSOEL-Länder auf 24,5 Prozent.  Vor allem Slowenien, Polen, die Slowakei, Tschechien und Ungarn sind wichtige Handelspartner geworden.

In den kommenden Jahren will die Wirtschaftskammer zusammen mit den österreichischen Unternehmen aber auch die Beziehungen mit dem Iran verfestigen. Im ersten Halbjahr steigen die Ausfuhren in das Land um 31,3 Prozent. Der positive Ausgang des Atomabkommens kann diese Entwicklung ermöglichen. Bei einer Aufhebung der Sanktionen ist der Wirtschaftskammer zufolge eine Verdoppelung der österreichischen Exporte auf 500 Millionen Euro durchaus realistisch.

Zusammen mit dem Bundespräsident Heinz Fischer, Vizekanzler Reinhold Mitterlehner und Außenminister Sebastian Kurz reist Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl mit einer  Wirtschaftsdelegation mit rund 140 österreichischen Unternehmen im September in den Iran. „Diese Reise in den Iran bietet uns die Möglichkeit, nicht nur politische und wirtschaftliche sondern auch menschliche Verbindungen zu schaffen“, sagte WKÖ-Präsident Leitl.

Besonders bei den Erneuerbaren Energien, der Industrieausrüstung, der Abfallwirtschaft und auch im Katastrophenschutz seien die österreichischen Produkte im Iran sehr angesehen. Aber auch für Unternehmen im Medizintechnik- und Pharmabereich kann der Iran schon dank seiner Bevölkerungsgröße von großem Interesse sein.

„Wir stärken mit dieser Wirtschaftsdelegation vorhandene Brücken und bauen neue – und das in vielen Sektoren“, so Leitl. Unter anderem soll bei dem Staatsbesuch ein Memorandum der Firma ILF unterzeichnet werden. Das Ingenieurbüro im Bereich des Wasserbaus will die größte Wasseraufbereitungsanlage des Landes bauen. Eine Verarbeitungskapazität von 450.000 Kubikmeter pro Tag soll ermöglicht werden.

 

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