Österreichs Mittelstand verbessert Bonität

In den vergangenen fünf Jahren ist es den österreichischen Mittelständlern gelungen, ihr Eigenkapital deutlich zu steigern. Das wirkte sich auch auf die Bonität der Unternehmen aus. Trotz wirtschaftlich eher schwierigen Zeit konnten sich zahlreiche kleine und mittlere Unternehmen im Rating verbessern.

Die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) tragen wie in Deutschland zu einem erheblichen Teil der österreichischen Wirtschaftsleistung bei. Allerdings hatten die Mittelständler in den vergangenen Jahren mit wirtschaftlich eher flauen Jahren zu kämpfen. In den letzten zwölf Monaten war Österreich sogar eines der Schlusslichter, wenn es um das BIP-Wachstum in der Eurozone ging.

Tatsächlich konnten die kleinen und mittleren Unternehmen aber dennoch ihr Eigenkapital und ihre Bonität steigern. Wie eine aktuelle Untersuchung der KMU Forschung Austria von 85.000 Jahresabschlüssen zeigt, weisen die Unternehmen eine sehr zufriedenstellende Bonität aus. So liegen 26 Prozent der Unternehmen zwischen AAA und A, 73 Prozent zwischen BBB und B. Nur ein Prozent erhielt das Rating C.

Ausschlaggebend für eine gute Bonität sind im Fall des Ratingmodells der KMU Forschung Austria und des Kreditschutzverbandes von 1870 (KSV1870) mehrere Faktoren. Unter anderem gehören dazu die Geldflüsse und die Kapitalstruktur, die Rentabilität und die Entwicklung der Verbindlichkeiten. Je höher die Innenfinanzierungskraft und die Eigenkapitalquote eines Unternehmens ist, um so besser die Bonität.

In den vergangenen fünf Jahren konnten die KMU ihre Geschäftstätigkeit und ihr Finanzergebnis verbessern. Das und die niedrigen Zinsen haben zu einem Anstieg des Eigenkapitals geführt. In den letzten Jahren ist dann auch die Eigenkapitalquote um vier Prozentpunkte angestiegen. 2013/14 lag die Eigenkapitalquote entsprechend bei 30 Prozent. Sowohl die kleinen als auch die großen Mittelständler haben ihre Quote erhöht, wobei die kleinsten Unternehmen den deutlichsten Anstieg verzeichneten.

Entsprechend ihrer verbesserten Eigenkapitalquote konnten so immerhin 19 Prozent der Unternehmen sich im Rating bei der Bonität um eine Klasse verbessern, 5 Prozent haben sich um zwei Klassen verbessert und zwei Prozent sogar um mehr als zwei Klassen. Bei der Hälfte der Unternehmen ist die Bonität konstant geblieben.

„Die Veränderung der Ratingklassen bei der Hälfte der Unternehmen innerhalb eines Zeitraumes von drei Jahren zeigt die Notwendigkeit eines laufenden Monitorings auf“, sagt Peter Voithofer, Direktor der KMU Forschung Austria. „In vielen Fällen spiegelt sich hierin die Veränderung der Wettbewerbsfähigkeit und -position mit einem gewissen Timelag wider“.

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