Autobauer suchen Glück in der Türkei und im Iran

Der gewinnbringende Automarkt in China schrumpft. Erfolgversprechende neue Märkte entstehen in der Türkei, Saudi Arabien und Indien. Auch der Iran bietet ein enormes Potenzial, das zurzeit aber noch risikobehaftet ist.

Im weltweiten Automarkt gibt es nennenswerte Veränderungen. Dieses und nächstes Jahr wird der chinesische Automarkt nur um 3 Prozent wachsen. Diese Prognose von Euler Hermes bereitet deutschen Herstellern Sorge, da er damit ein vergleichsweise geringes Wachstum verzeichnet. Der chinesische Markt erzielte zwischen 2008 und 2014 eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 30 Prozent. Damit bot er für deutsche Autohersteller eine große Sicherheit und machte für einige Autohersteller bis zu einem Drittel des Absatzes aus. Zu dem erwarteten geringen Wachstum kommt, dass sich Nichtzahlungen von chinesischer Seite im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt haben. Für das Jahr 2015 wird mit 8 Prozent mehr Insolvenzen gerechnet.

Während der chinesische Markt an Attraktivität verliert, stabilisieren sich die traditionellen Märkte in den USA und Europa. Sie werden dieses und nächstes Jahr ein moderates Wachstum verzeichnen. Von den führenden europäischen Autoherstellern wird Großbritannien am meisten Zuwachs haben und mit seinen Verkaufszahlen sogar über dem langjährigen Durchschnitt liegen.

Die Zulassungen in Brasilien und Russland werden hingegen sinken: In Brasilien um 14 Prozent und in Russland um 36 Prozent. Die neuen Favoriten unter den Märkten sind Indien, Saudi Arabien und die Türkei. Auch der Iran bietet künftig enormes Potenzial, allerdings im Moment auch noch ein recht hohes Risiko.

Autobauer müssen sich in Zukunft auch neuen Herausforderungen stellen. Sie sollten sich auf die neuen Entwicklungen des Marktes wie vernetzte Autos, emissionsarme Fahrzeuge, Elektromobilität, Hybridtechnologie, autonomes Fahren und carsharing- Dienstleistungen einstellen. Zwar stellen diese innovativen Märkte noch keine Bedrohung dar, trotzdem müssen sich die Hersteller unbedingt auf die neuen Entwicklungen vorbereiten, wenn sie langfristig auf dem Markt erfolgreich bleiben wollen. In Deutschland wird carsharing bereits von über einer Million Menschen genutzt und in 490 Städten angeboten. Zur Konkurrenz werden auch die Digitalunternehmen, die bereits von fast einem Viertel der Unternehmen aus der Autobranche als sehr starke Konkurrenz eingeschätzt werden.

 

Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar zum Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.