Unsichtbar und flexibel: Solarzellen sind künftig überall

Die Möglichkeiten, Solarenergie zu gewinnen, werden immer mobiler. Solarmodule in Handyhüllen oder Transportboxen sorgen für kabelfreies Aufladen. Flexible Solarfolien ermöglichen eine Stromerzeugung auf immer mehr Flächen wie Häuserfassaden oder Autodächern.

Die Fortschritte in der Solar-Technologie passieren in einem beachtlichen Tempo: Waren Solarzellen vor kurzem noch starre und klobige Technologien, sind heutige Zellen so flexibel und leicht, dass sie inzwischen sogar als transparente Klebefolie Strom produzieren. In Singapur wurden so jüngst 30 Quadratmeter eines überdachten Fußwegs mit Solarfolie beklebt. Die Maßnahme ist Teil einer Testserie, in der Erkenntnisse über den Einsatz der Solarfolie unter tropischen Bedingungen gewonnen werden sollen. Außerdem wird getestet, ob die Solarfolien geeignet sind, für einen Teil der Stromversorgung der Stadt aufzukommen. Als nächstes werden deswegen die Fassaden von fünf Gebäuden beklebt. Insgesamt ist dann eine 226 Quadratmeter große Fläche mit Solarfolie versehen.

Die Solarfolie mit der Bezeichnung HeliaFilm wurde von dem Unternehmen Heliatek erstellt. Die Folie ist weniger als einen Millimeter dick, leicht und flexibel. Deswegen konnte sie auch erfolgreich auf dem unebenen Aluminium-Dach des Fußgängerwegs angebracht werden. Die durchschnittliche Zelleffizienz der Folie beträgt sieben Prozent. Damit liegt ihr Wirkungsgrad zwar auf den ersten Blick unter dem der herkömmlichen Silizium-Technologie. Der Vorteil der Folie gegenüber der herkömmlichen Silizium-Technologie ist allerdings, dass sie auch bei hohen Temperaturen ihre Leistung beibehält. Das macht die Folie besonders für tropische Gegenden attraktiv. Für dicht bebaute Städte wie Singapur ist die Folie auch deswegen geeignet, weil man die vielen Flächen der Häuserwände zur Energiegewinnung nutzen kann. Die Folie ist durchsichtig und stört daher auch optisch nicht.

Die amerikanische Firma Daymak macht sich ebenfalls die neuen mobilen Möglichkeiten der Solarenergie-Gewinnung zu nutze. Das Unternehmen hat jetzt bei indigogo einen Elektroroller vorgestellt, dessen Transportbox mit Solarmodulen ausgestattet ist. Die Solarmodule sind mit der Hauptbatterie verbunden und laden diese beständig auf. Die über die Solarmodule gewonnene Energie sorgt an sonnigen Tagen für zusätzliche sechs bis neun Kilometer Reichweite.

Je kleiner und unsichtbarer die Solarzellen werden, desto mehr werden sie auch in Design-Objekte integriert, ohne gleich die ganze Optik zu bestimmen. Für das Handy gibt es etwa eine neue Hülle, in der sich Solarmodule befinden. Kommt Sonnenlicht auf die Hülle, kann man auf dem Display des Handys sehen, wie schnell der Ladevorgang erfolgt. Zwar ist diese Idee nicht neu, wird aber mit jedem neuen Produkt auf dem Markt weiter verbessert: Laut Hersteller lädt die bei Kickstarter vorgestellte neue Technik bereits viermal so schnell wie herkömmliche Solarladehüllen. Mit der Sonnenenergie wird außerdem eine Reservebatterie aufgeladen, die im Notfall für den Akku einspringt.

Die beiden Unternehmensgründer Olafur Eliasson und Frederik Ottesen haben ein ähnliches Handyladegerät entwickelt, das aber nicht nur jedes beliebige Handy mittels Solarenergie aufladen kann, sonder auch Licht erzeugt. Das ebenfalls bei Kickstarter vorgestellte Gerät mit dem Namen Little Sun Charge ist für Gegenden ohne stabiles Stromnetz konzipiert worden und ist hitzeresistent, wasserdicht und gegen UV-Strahlung geschützt.

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