Immobilien-Branche vor Milliarden-Fusion

Die Deutsche Wohnen und LEG Immobilien wollen fusionieren. Das neue Unternehmen käme auf rund 250.000 Wohnungen und einen Portfoliowert von rund 17 Milliarden Euro. Die beiden Unternehmen wollen mit dem Zusammenschluss auf den Marktführer Vonovia aufschließen.

Die Immobilienkonzerne Deutsche Wohnen und LEG Immobilien wollen mit einer Milliardenfusion ihrem größeren Konkurrenten Vonovia näherkommen. Das neue Unternehmen käme auf rund 250.000 Wohnungen und einen Portfoliowert von rund 17 Milliarden Euro, teilten die Nummer zwei und drei ihrer Branche in Deutschland am Sonntag mit. Deutsche-Wohnen-Chef Michael Zahn erklärte, dies sei eine „exzellente Basis, um gemeinsam weiter zu wachsen und unsere starke Position im europäischen Markt auszubauen“.

Die LEG-Aktionäre sollen für je zehn ihrer Aktien 33 neue Deutsche-Wohnen-Papiere erhalten, was 79,37 Euro je LEG-Aktie entspreche. Das wäre ein Aufschlag von rund 13 Prozent auf den LEG-Schlusskurs vom Freitag. Deren Eigenkapital wird mit 4,6 Milliarden Euro bewertet. Den derzeitigen LEG-Aktionären sollen nach der Fusion 39 Prozent an dem neuen Konzern gehören. Beide Unternehmen sind im MDax notiert.

Deutsche Wohnen und LEG rechnen durch den Zusammenschluss mit einem positiven Ertragseffekt (FFO) von 55 Millionen Euro vor Steuern pro Jahr, der spätestens vier Jahre nach der Fusion erreicht werden soll. An Integrationskosten werden rund 30 Millionen Euro vor Steuern erwartet.

Im deutschen Immobiliensektor wird seit Jahren kräftig fusioniert. So war aus Deutsche Annington und Gagfah der unangefochtene Marktführer Vonovia entstanden, der nun als erstes Unternehmen der Branche in den Deutschen Aktienindex (Dax) aufsteigt. Vonovia hat nach Daten von Thomson Reuters einen Börsenwert von gut 14 Milliarden Euro, Deutsche Wohnen und LEG kämen demnach zusammen auf 12,3 Milliarden Euro.

An den Finanzmärkten hatte es wiederholt Spekulationen gegeben, Vonovia könnte den kleineren Rivalen Deutsche Wohnen übernehmen, um weiter zu wachsen. Nach Vonovia-Chef Rolf Buch hatte zuletzt an diesem Wochenende Finanzchef Stefan Kirsten den Sinn eines solchen Zukaufs in Frage gestellt.

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