Frankreichs Schulden explodieren

Frankreichs Schuldenberg wird im kommenden Jahr so hoch sein wie nie zuvor. Die Schulden sollen dem Finanzminister Sapin zufolge steigen, um die Wirtschaft zu stärken. Danach könnten notwendige Einsparungen vorgenommen werden. Damit nutzt Frankreich das mehrmalige Entgegenkommen der EU-Kommission erneut aus.

Frankreich rechnet für seinen Staatshaushalt im kommenden Jahr mit einer weiter zunehmenden Verschuldung. Im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt sollen die Schulden 2016 bei 96,5 Prozent liegen, teilte der französische Finanzminister Sapin am Mittwoch mit. Nach 96,3 Prozent in diesem Jahr und 95,6 Prozent 2014 verschuldet sich Frankreich mit dem neuen Haushalt so hoch wie nie zuvor. Dies sei ein Haushalt „ohne Überraschungen“.

Danach peilt Sapin einen schrittweisen Rückgang an. Die Neuverschuldung soll im kommenden Jahr auf 3,3 Prozent von 3,8 Prozent 2015 sinken. Damit liegt sie deutlich über dem Grenzwert der EU-Kommission von 3 Prozent. Frankreich zählt zu den größten Defizitsündern der EU. Doch in der Vergangenheit hatte die EU-Kommission dem Land zum Erreichen des Defizitzieles immer wieder einen Aufschub gewährt. Und schon jetzt kommt EU-Kommissar Moscovici Frankreich indirekt entgegen.

Trotz des geschätzten Defizits von 3,3 Prozent gibt Frankreich an, schon 2017 das EU-Ziel zu erreichen. Sapin rechnet in diesem Jahr mit einem Wachstum der französischen Wirtschaft um ein Prozent für 2015 und im kommenden Jahr mit einem Plus von 1,5 Prozent. Sapin will im kommenden Jahr die Staatsausgaben auf 55,1 Prozent der Wirtschaftsleistung von geschätzten 55,8 Prozent im laufenden Jahr zurückschrauben. So will Paris wie angekündigt 50 Milliarden Euro in den Haushalten bis 2017 einsparen.

Gleichzeitig aber will die französische Regierung die Steuerlast für Haushalte und Unternehmen leicht senken. Frankreich kämpft derzeit mit einem schwachen Arbeitsmarkt. Die Zahl der Arbeitslosen erreichte im August den Rekordwert von 3,57 Millionen.

Kommentare

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  1. kitty sagt:

    Ach, das macht doch nichts. Der deutsche Steuerzahler freut sich schon darauf, den Franzosen unter die Arme zu greifen zu dürfen.

    Wenns hart auf hart kommt, können die armen Franzosen auch gerne nach Deutschland einwandern. Wir haben viel Platz und hier braucht schon lange niemand mehr zu arbeiten. Deutschland lebt halt seine hochgepriesene Willkommenskultur…

  2. Rudolf Steinmetz sagt:

    Abgewirtschaftet und de-industrialisiert. Grösster denkbarer Sanierungsfall.
    SELBST DE GAULLE wäre ratlos.