Heimliche Vorbereitungen: Deutschland will Obergrenze für Bargeld

Im Zuge der Finanzkrise kommt nun auch in Deutschland die Bargeld-Grenze. Künftig sollen nur noch 2.000 Euro für Bargeschäfte erlaubt sein. Offiziell wird diese Maßnahme erstmals in NRW diskutiert. Der Finanzminister des Landes hat schon ziemlich genau Vorstellungen, wie die Maßnahme durchgesetzt werden kann.

Der nordrhein-westfälische Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD) fordert eine Obergrenze für das Bezahlen mit Bargeld. So sollen Schwarzgeldgeschäfte und Steuerhinterziehung unterbunden werden. Andere Länder hätten solche Höchstgrenzen bereits, sagte Walter-Borjans kürzlich in Düsseldorf.

Brojans hat offenbar sehr konkrete Vorstellungen, wie die Westdeutsche Allgemeine berichtet:

Um Steuerhinterziehung an Ladenkassen einzudämmen, will der Bund im Herbst ein Konzept für einen „Fahrtenschreiber“ in den Geschäften vorlegen. Dann soll an jeder Kasse der Bargeldfluss registriert werden. Bisher gehen dem Fiskus jährlich zwischen fünf und zehn Milliarden Euro Steuern durch Betrügereien mit Ladenkassen verloren. „Die Einführung einer Kontroll-Software an den Kassen und Taxametern in Deutschland ist überfällig“, sagte der Minister.

Borjans sagte, es gehe ihm nicht um die Abschaffung von Bargeld, sondern um die „Auswüchse“: Wenn Beträge über 3.000 Euro hinaus bar bezahlt würden, werde er skeptisch, zitiert in die WAZ. Ganz logisch ist das nicht: Einkäufe in Supermärkten über 3.000 Euro oder Taxifahrten in dieser Größenordnung dürften selbst in NRW eher die Ausnahme sein. Wenn Borjans jedoch genau hier mit der Überwachung beginnen will, dürfte ihm nicht um die Verbrecher gehen, sondern um die einfachen Bürger. 

Er verwies auf Italien, wo es seit längerem eine Obergrenze für Bargeschäfte von 1.000 Euro gebe. In Frankreich wird dieses Limit gerade auf 1.000 Euro herabgesetzt. Wegen der anderen „Bezahlkultur“ in Deutschland müsste die Grenze höher liegen, etwa bei 2.000 oder 3.000 Euro. .

Der Münchener Ökonom Gerald Mann geht davon aus, dass eine schrittweise Abschaffung des Bargelds bereits beschlossene Sache ist. Er glaubt, dass die Schulden-Staaten in dieser Maßnahme die Möglichkeit sehen, die Sparer zum Konsum zu zwingen. Die Bargeld-Abschaffung liegt im Trend der Überwachung und Bespitzelung. Die Möglichkeiten, sich zu schützen, sind ziemlich begrenzt.

Eine komplette Abschaffung des Bargelds ist allerdings schwer durchzusetzen und daher unrealistisch, wie auch Bank-Experten meinen. Jede Begrenzung ist allerdings eine ernsthafte Einschränkung der bürgerlichen Freiheiten. Im Zuge des wegen der Schuldenkrise erhöhten Finanzbedarfs der Staaten muss man allerdings davon ausgehen, dass Restriktionen in Deutschland eingeführt werden.

Kommentare

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  1. Hermann Goldstein sagt:

    Ich denke es ist bereits beschlossene Sache und die „Lämmer“ wissen nur noch nichts davon. Wie zu sehen druckt die EZB haufenweise Euro (schafft die Zinsen damit ab); was einer Enteignung durch die Hintertür gleichsteht. Wie sagte noch ein schlauer Kopf: Geld ist Schuld und Gold ist Geld. In diesem Sinne passt auf ! ! !

  2. Dieter Kadner sagt:

    Ich glaube das die deutschen Politiker verhindern wollen das sich die Bürger eiserne Reserven für schlechte Zeiten anlegen. Wenn ich, oder meine Frau ins Alters- oder Pflegeheim komme, habe ich gar nichts mehr. Alles wird mir, bis auf ein Taschengeld genommen. Wenn ich über mein Geld nur elektronisch verfügen kann, hat Big Brother immer die Kontrolle über mein Geld und sieht wo was zu holen ist.

  3. Andreas Gr sagt:

    Eine Frechheit. zB beim Gebrauchtwagenkauf wird das dann sehr kompliziert von Privat an Privat. Das ist ein Einschnitt in die Rechte der Bürger, und wird nur eine 2.und 3.Währung hervorbringen.

  4. Manfred Aubert sagt:

    Als nicht von diesem Thema betroffener Rentner, der froh wäre, hätte er mal 2.000 €, um etwas in dieser Größenordnung bar zu bezahlen, gehe ich in Gedanken etwas weiter: Hätten wir ein gerechteres Steuersystem, müsste kaum jemand versuchen, etwas am Fiskus vorbeizuschleusen. Als Vergleich mag gelten, dass kaum ein Mann „auswärts essen“ würde, hätte er zu Hause „genug zu essen“. Da kann seine Frau noch so viele Kontrollen einführen – das Thema ist erst dann vom Tisch, wenn sie ihr Verhalten ändert.
    Ich denke, bei einem gerechten Steuersystem und einer vernünftigen (!) Verwendung der Gelder wäre es ähnlich.

  5. wolfgang sagt:

    Eine Abschaffung des Bargelds trifft vor allem die Bundesbank. Diese emittiert ca. 500 Mrd. der insgesamt 1000 Mrd. Bargeld-Euro. Im Falle eines Zusammenbruchs des Euro wäre der Bargeldbestand ein wichtiges Korrektiv zum Target2-Saldo.

  6. Dieter Voß sagt:

    Man kann sich dem Eindruck nicht verwehren. Ginge es um die Beseitigung von Schwarzgeldgeschäften, könnte man dies mit einfachsten Mitteln begegnen. Das da, wie DWN schon schreibt, ganz andere Dinge im Plan sind halte ich für sehr wahrscheinlich. Auch spielt der Konsumrückgang eine große Rolle. Immer mehr Bürgen greifen auf Altbewährtes zurück.

  7. peppi sagt:

    Nicht das Bargeld muss abgeschafft, sondern diese Politiker müssen ausnahmslos ausgetauscht werden.
    Und zwar so schnell wie möglich!

  8. Müller sagt:

    und die Millarden an Steuern, die Apple, Amazon oder Starbucks am deutschen Fiskus vorbeischleust, tedet niemand von. Apple hat sogar in der Vergangenheit eine Steuerrückerstattung erhalten. Siehe „Die Anstallt“!

  9. argus germanicus sagt:

    Man kommt mit heeren Begründungen, wie Vermeidung von Geldwäsche, Steuerhinterziehung, etc., will aber tatsächlich nur zusätzliches Staatsgeld zum Verschwenden für fremde Interessen generieren!
    Die persönliche Freiheit ist der Feind jedes totalitären Staates!