Deutschland besitzt zweitgrößten Goldbestand der Welt

Die deutschen Goldbestände haben mittelweile einen Wert von 107 Milliarden Euro. Nur der Goldbestand der USA ist noch größer, so die Bundesbank. Doch trotz angekündigter Rückholaktion befindet sich noch immer mehr als die Hälfte des deutschen Goldes im Ausland.

Die deutschen Goldbestände haben in den vergangenen zwei Jahren für großes Aufsehen gesorgt. Vor allem die überwiegende Lagerung im Ausland und die fehlende regelmäßige Überprüfung der Bestände durch die Bundesbank waren die Kritikpunkte. Aus diesem Grund hat die Deutsche Bundesbank nun eine Liste über ihren Goldbarrenbestand veröffentlicht. Darin sind die Barrennummern, Melt- oder Inventarnummern, die Feinheit sowie das Brutto- und Feingewicht des Goldes enthalten. Einmal im Jahr soll diese aktualisierte Liste nun veröffentlicht werden, so die Bundesbank.

Derzeit befindet sich die Deutsche Bundesbank nach eigenen Angaben im Besitz von rund 3.384 Tonnen Gold. Ende des vergangenen Jahres entsprach dies einem Wert von 107 Milliarden Euro. „Deutschland verfügt damit über den weltweit zweitgrößten Goldbestand nach den Vereinigten Staaten“, so die Bundesbank. Der Goldbestand stelle zwei Drittel der deutschen Währungsreserven dar:

„Da die Deutsche Bundesbank Gold mit Ausnahme der jährlichen Goldverkäufe an das Bundesministerium der Finanzen (BMF) für das Prägen von Goldmünzen keine weiteren Verkäufe oder auch Zukäufe vornimmt, entwickelt sich der Bestand der deutschen Goldreserven nahezu konstant. Durch die Goldverkäufe an das BMF verminderte sich der Goldbestand in den letzten Jahren um 3 bis 6 Tonnen Gold pro Jahr.“

Allerdings befindet sich noch immer der größte Teil der Goldbestände im Ausland. So lagerten zum 31. Dezember 2014 35 Prozent der deutschen Goldreserven in Frankfurt am Main, 43 Prozent in New York, 13 Prozent in London und der Rest in Paris (9 %). Bis 2020 solle aber die Hälfte der Goldreserven in Deutschland lagern.

Dazu würden seit dem Jahr 2013 schrittweise 374 Tonnen Gold von Paris und 300 Tonnen Gold von New York nach Frankfurt am Main verlagert. Da Frankreich wie Deutschland zum Euro-Währungsgebiet gehört, werde im Zuge der Verlagerung die Lagerstelle bei der Banque de France aufgelöst, sagte Bundesbank-Vorstandsmitglied Carl-Ludwig Thiele.

Die Nachricht der Bundesbank im Wortlaut:

Bundesbank veröffentlicht Goldbarrenliste

Die Bundesbank hat am 7. Oktober eine Liste über ihren Goldbarrenbestand an ihren vier Lagerorten Frankfurt, London, Paris und New York veröffentlicht. Die Liste enthält die Barrennummern, Melt- oder Inventarnummern, das Brutto- und Feingewicht sowie die Feinheit des Goldes. Diese Informationen nutzt die Bundesbank für die Lagerhaltung der Barren und zur Bilanzierung ihres Goldbestandes.

Die Goldbarrenliste wird künftig einmal jährlich auf der Website der Deutschen Bundesbank aktualisiert und listet die Goldbarrenbestände, differenziert nach Lagerstellen, zum Ende des vorangegangenen Kalenderjahres auf.

Weltweit zweitgrößter Goldbestand

Rund 3.384 Tonnen Gold sind heute im Besitz der Bundesbank. Ende 2014 waren diese Goldbestände etwa 107 Milliarden Euro wert. Deutschland verfügt damit über den weltweit zweitgrößten Goldbestand nach den Vereinigten Staaten. Der Goldbestand stellt zwei Drittel der deutschen Währungsreserven dar. Die Bundesbank hält und verwaltet den Goldbestand als Teil der Währungsreserven, weltweit verteilt auf vier Lagerstellen.

Da die Deutsche Bundesbank Gold mit Ausnahme der jährlichen Goldverkäufe an das Bundesministerium der Finanzen (BMF) für das Prägen von Goldmünzen keine weiteren Verkäufe oder auch Zukäufe vornimmt, entwickelt sich der Bestand der deutschen Goldreserven nahezu konstant. Durch die Goldverkäufe an das BMF verminderte sich der Goldbestand in den letzten Jahren um 3 bis 6 Tonnen Gold pro Jahr.

Lagerung des Goldes

Am 31. Dezember 2014 lagerten 35 Prozent der deutschen Goldreserven in Frankfurt, 43 Prozent in New York, 13 Prozent in London und die restlichen 9 Prozent in Paris.

Die Lagerung wird sich aber verändern: „Spätestens 2020 wird die Hälfte der deutschen Goldreserven in Deutschland lagern“, sagte Bundesbank-Vorstandsmitglied Carl-Ludwig Thiele. Dazu werden seit dem Jahr 2013 schrittweise 374 Tonnen Gold von Paris und 300 Tonnen Gold von New York nach Frankfurt am Main verlagert. Künftig werden dann 50 Prozent der deutschen Goldreserven in Deutschland lagern, 37 Prozent bei der US-amerikanischen Zentralbank Fed und 13 Prozent bei der Bank of England bleiben. Da Frankreich wie Deutschland zum Euro-Währungsgebiet gehört, wird im Zuge der Verlagerung die Lagerstelle bei der Banque de France aufgelöst.

 

Kommentare

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  1. kitty sagt:

    Träumt weiter!

    Deutschland besaß mal Gold. Aber nun ist es weg. Sonst wäre es längst in Deutschland.

  2. Horst Brandenburg sagt:

    Sie verwechseln Eigentum und Besitz: Deutschland mag Eigentümer sein, Besitzer des Goldes sind zum großen Teil unsere befreundeten Staaten USA, GB und F. Solange das Gold aus deren Besitz nicht in unser Eigentum, sprich Keller der Bundesbank, überstellt worden ist, ist alles blanke Theorie. Merkt denn keiner den Schwindel? Jährlich wandern problemlos Tausende Tonnen Gold nach Indien , China und Arabien, und das deutsche Gold wird in homöopathischen Dosen über Jahre nach D verlagert.

  3. Uwe Thomas sagt:

    >> Deutschland besitzt zweitgrößten Goldbestand der Welt… <<

    …nur auf dem Papier…… oder tatsächlich?

  4. Novaris sagt:

    § 854 BGB :

    Erwerb des Besitzes

    (1) Der Besitz einer Sache wird durch die Erlangung der tatsächlichen Gewalt über die Sache erworben.

    (2) Die Einigung des bisherigen Besitzers und des Erwerbers genügt zum Erwerb, wenn der Erwerber in der Lage ist, die Gewalt über die Sache auszuüben.
    ————————————————————————————————————-

    Die im Ausland gelagerten Goldbestände besitzt Deutschland nicht oder „ist Deutschland in der Lage, die Gewalt über die Sache auszuüben“ ???

  5. Benjamin sagt:

    Schön das jetzt endlich die Inventar-Liste rausgerückt wurde. Ob wir genügend Gold rechtzeitig vorm Knall in unsere Tressore bekommen, um unsere neue Währung genügend zu decken, bleibt abzuwarten.

    Die Hoffnung stirbt zuletzt und es bleibt nur zu hoffen, dass der Selbsterhaltungstrieb der Bundesbänker für eine schnelle Rückholung sorgt.

  6. Antimon sagt:

    Der Fehler liegt allerdings im Detail, wir mögen zwar den zweitgrößten Goldbestand der Welt besitzen, wir können aber nicht frei darüber verfügen. Und letzteres ist ein nicht unwesentliches Detail. (Evtl. interessant dazu http://www.theeuropean.de/peter-gauweiler/9914-die-rueckfuehrung-der-deutschen-goldreserven)

    Im übrigen hatte die Bundesbank im März noch 3.391 Tonne Gold und der andere wichtige Punkt, unsere Banker haben wohl nicht zwischen echtem, vorhandenem Gold und Goldforderungen unterschieden und wie es sich mit Dingen verhält, welche ich selbst nicht in meinem Besitz habe, aber dringend brauche (wenn es soweit ist), brauche ich hier sicher nicht zu erklären.

    Zum anderen, was sind 0,107 Mrd € Besitz gegenüber einer Staatsverschuldung von 2.049 Mrd €? Ein Tropfen auf den heißen Stein, ist noch viel dagegen.

  7. Verdummungspropaganda "DEUTSCH" sagt:

    Absolute Verdummungspropaganda ! Dem Personal „DEUTSCH“ gehört überhaupt nichts und schon gar nicht mal Gold. Die BRD/BUND Teuschland ist kein Staat und Gold ist vielleicht auf dem Papier präsent – eh egal. Es gehört weder den Nichtregierungsorganisationen / Firmen noch den Sklaven ( Personal DEUTSCH )