Autozulieferer Schaeffler geht an die Börse

Der fränkischen Autozulieferer Schaeffler geht an die Börse. Mit 13,50 Euro lag der erste Kurs über dem Ausgabepreis von 12,50 Euro und blieb zunächst stabil. Der Zulieferer hatte wegen des Abgasskandals deutlich weniger Aktien platziert, als ursprünglich geplant.

Der fränkische Autozulieferer Schaeffler hat unter großem Medienandrang sein Börsendebüt gefeiert. Der erste Kurs wurde am Freitag an der Frankfurter Börse mit 13,50 Euro angezeigt und damit über dem Ausgabepreis von 12,50 Euro. Im weiteren Handelsverlauf hielt sich die Aktie stabil. Damit nimmt der holprige Börsengang am Ende doch noch ein gutes Ende: Wegen der Marktturbulenzen und dem Abgas-Skandal beim Großkunden VW hatte der Zulieferer seine ursprünglichen Pläne deutlich zusammenstreichen müssen, um genug Investoren anzulocken. Das ging auch anderen Börsenkandidaten so.

Schaeffler hatte eigentlich auf einen Erlös von 2,5 Milliarden Euro gehofft. Nun wurden aber nur 75 Millionen Vorzugsaktien platziert – das bringt 937,5 Millionen Euro ein. Die Entschuldung der Schaeffler AG und der Holding der Eigentümerfamilie geht damit nicht so schnell voran wie erwartet. Beide Firmen zusammen sitzen nach der Übernahme des Autozulieferers Conti auf einem Schuldenberg von fast zehn Milliarden Euro. Georg Schaeffler und seine Mutter Maria-Elisabeth Schaeffler-Thumann wollen nach einem halben Jahr weitere Aktien im Milliardenvolumen platzieren. Damit könnte der Streubesitz dann auf 25 von bisher nur elf Prozent steigen. Schon jetzt ist allerdings der Nebenwerteindex MDax in Sichtweite.

Die Milliardärsfamilie war wie erwartet selbst aufs Frankfurter Parkett gekommen, um das Börsendebüt zu feiern. Auch Schaeffler-Chef Klaus Rosenfeld war dabei. Als erstes ergriff Georg Schaeffler die Börsenglocke und reichte sie dann an Rosenfeld weiter. Die Matriarchin im grauen Hosenanzug und mit schwerer goldener Halskette war erst danach an der Reihe und griff etwas zaghafter zu. „Wir haben vor, weiter zu wachsen, das Unternehmen weiter auszubauen“, sagte sie. „Es gibt da noch Ideen.“

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