Erneut mehr Firmenpleiten in Deutschland

Immer mehr Unternehmer in Deutschland gehen pleite: Im Juli lag die Zahl der Insolvenzen um 3,6 Prozent über dem Vorjahresniveau, im Juni waren es sogar 11,2 Prozent mehr. Vor allem der mittelständische Handel sei betroffen, so die Insolvenzverwalter.

Die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland steigt trotz robuster Konjunktur. Sie lag im Juli um 3,6 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Insgesamt meldeten die Amtsgerichte 2187 Unternehmensinsolvenzen. Das ist bereits der zweite Monat in Folge mit einer Zunahme: Im Juni hatte es sogar ein Plus von 11,2 Prozent gegeben.

„Der anhaltende Anstieg der Unternehmensinsolvenzen ist bemerkenswert“, sagte der Vorsitzende des Berufsverbandes der deutschen Insolvenzverwalter, Christoph Niering. „Einerseits wird die Konjunktur vom privaten Konsum getragen, andererseits blicken viele Unternehmer mit einer gewissen Nervosität auf nationale und globale Krisenanzeichen.“ Daraus einen Trend abzuleiten, sei jedoch noch zu früh.

Die meisten Pleiten wurden im Handel (einschließlich Instandhaltung und Reparatur von Kraftwagen) gezählt: Hier mussten 417 Firmen den Gang zum Insolvenzrichter antreten. Im Baugewerbe waren es 350 Anträge. Die voraussichtlichen offenen Forderungen der Gläubiger summierten sich im Juli auf rund 1,4 Milliarden Euro. Ein Jahr zuvor waren es 2,3 Milliarden Euro. Bislang seien in erster Linie kleinere Betriebe im Bereich des Handels und Baugewerbes betroffen, sagte Niering. Ob sich dieser Trend fortsetze und möglicherweise auch größere Unternehmen erreiche, sei noch nicht absehbar.

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