Krisen-Stimmung: Glencore ergreift harte Sparmaßnahmen

Der Rohstoffkonzern Glencore plant den Verkauf von zwei Kupferminen in Australien und Chile. Auch das Agrargeschäft steht vor dem Verkauf. Die Erlöse sollen helfen, die Milliardenschulden zu verringern. Darüber hinaus will der Konzern versuchen, neues Kapital zu beschaffen.

Die Krise im schweizerisch-britischen Bergbaukonzern Glencore nimmt weiter Fahrt auf. Am Montag kündigte das Unternehmen eine Kapitalerhöhung um 2,5 Milliarden US-Dollar (2,25 Mrd Euro) an. Zudem werden die Jahresenddividende 2015 sowie die Halbjahresausschüttung 2016 gestrichen. Das soll weitere rund 2,4 Milliarden Dollar einsparen.

Außerdem will der Konzern Geschäfte im Umfang von zwei Milliarden Dollar verkaufen. Ziel ist es, die angesichts sinkender Gewinne zu einer größeren Bedrohung gewordenen Schulden von knapp 30 Milliarden Dollar um gut ein Drittel zu senken. Banken haben bei Glencore ein Kreditrisiko von schätzungsweise 100 Milliarden Dollar. Die Risiken, die in den Derivaten stecken, sind hier nicht mitgerechnet.

Der weltweit größte Rohstoffkonzern Glencore will zwei Minen in Chile und Australien verkaufen. Dabei handelt es sich um die Cobar-Mine in Australien mit einem jährlichen Produktionsvolumen von 50.000 Tonnen Kupfer und die Lomas-Bayas-Mine in Chile mit einer jährlichen Produktion von 75.000 Kupfer, meldet Glencore in einer Mitteilung. „Das wird potenziellen Käufern die Möglichkeit bieten, Angebote für jeweils eine oder beide Minen abzugeben, was zu Verkäufen führen könnte oder auch nicht“, so Glencore.

Zudem verhandelt Glencore mit einem saudi-arabischen Staatsfonds, einem kanadischen Pensionsfonds und dem staatsnahen chinesischen Getreidehändler Cofco über den Verkauf des Agrargeschäfts. Glencore hatte zuvor angekündigt, durch den Verkauf von Sparten wie dem Agrargeschäft insgesamt etwa zwei Milliarden Dollar einnehmen.

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  1. Stefan Bode sagt:

    Da werden wir jetzt günstige die kleinen Explorer einsammeln können. Wenn jetzt noch ein großer Pleite geht, dann dürfte die Trendwende bei den Rohstoffen eingesetzt haben.