Merkel setzt auf Wachstum durch Flüchtlinge

Trotz guter Wirtschaftsdaten sind die noch immer schwache Binnennachfrage und das Demographieproblem weiterhin die Schwachstellen der deutschen Wirtschaft. Auch der IWF kritisierte dies bereits mehrmals. Die Flüchtlinge sollen hier helfen. Neben vielen jungen neuen Bürgern wird so gleich schon mal eine Wohnungsnachfrage geschaffen. Doch Merkels Strategie ist hoch riskant.

Kanzleramtsminister Peter Altmaier geht von einer positiven Wirkung des Flüchtlingsstroms auf Deutschland aus. Altmaier sagte der Bild-Zeitung:  „Wenn wir die Flüchtlingskrise erfolgreich bewältigt haben, steht Deutschland stärker da als jemals zuvor. Führende Ökonomen sagen uns voraus, dass durch die Zuwanderung neue Arbeitsplätze entstehen. Und Zehntausende junge Flüchtlinge werden Arbeits- und Ausbildungsplätze besetzen, für die es seit vielen Jahren keine geeigneten Bewerber gegeben hat, weil der Arbeitsmarkt leergefegt war.“

Der Grund, warum Altmaier – und damit Merkel, für die er spricht – ihre Hoffnung auf wirtschaftliche Wachstum an die Flüchtlinge knüpfen, liegt in einer völlig veränderten Ausgangslage in Deutschland. Die Wirtschaft sieht sich drei neuen Problemen gegenüber, die zufällig gleichzeitig entstanden sind:

1) Die Wachstumskrise Chinas, der Rohstoff-Produzentenländer und der Schwellenländer generell repräsentieren die Kehrtwende dessen, was die deutsche Exportnachfrage seit 2000 angetrieben hat: Ein Nachfrageboom für Investitionsgüter und teure Premium-Automobile im Ausland, vor allem aus diesen Ländern.

2) Die aufkommende Exportkrise wird durch die hausgemachte Krise des größten Automobilherstellers der Welt verschärft werden, welche auf die ganze deutsche Autoindustrie abstrahlen wird. Volkswagen wird hart ums Überleben in der gegenwärtigen Form kämpfen müssen. Die Tests und Normen bezüglich realistischer Emissionen von Diesel- und Benzinmotoren (Direkteinspritzer) werden drastisch verschärft werden. Das erhöht die Entwicklungsaufwendungen und zwingt zur Anpassung der Geschäftsmodelle. Der Diesel als Haupttrumpf der deutschen Premium-Modelle wird für viele Marktsegmente zu teuer werden.

3) Schließlich ist ein demographischer Wechsel im Gang, der mit der Flüchtlingskrise Deutschland und andere Länder Europas zu einem Land mit Masseneinwanderung macht. Das garantiert, wenn richtig gehandhabt, einen binnenwirtschaftlich getragenen Wachstumsprozess.

Kombiniert werden diese drei Faktoren das Wachstumsmodell Deutschlands für die nächsten Jahre massiv verändern. Es wird binnen- statt wie bisher außenwirtschaftlich geprägt sein. Nach der Jahrtausendwende hatte Deutschland einen völligen Bruch mit dem Wirtschaftswachstum der Nachkriegszeit der vollzogen. Dieser Bruch repräsentiert eine einzigartige Entwicklung auch im internationalen Vergleich. Kein anderes großes fortgeschrittenes Land machte etwas Vergleichbares durch. Eine Stagnation der Binnennachfrage über 15 Jahre kombinierte sich mit sehr starkem Exportwachstum. Die deutsche Wirtschaft wurde dadurch in einem Maß exportabhängig, welche im internationalen Vergleich unter führenden großen Industrieländern absolut einzigartig ist.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Kehrseite dieser enorm angewachsenen Exportquote ist, dass die deutsche Exportindustrie jetzt überdurchschnittlich unter Druck kommen wird. China hatte bisher ein kreditfinanziertes investitionsgetriebenes Wachstumsmodell mit extrem hohen Wachstumsraten. Im Zuge dieses Wachstumsprozesses sind gewaltige Überkapazitäten im Neubau von Wohnungen, Geschäftsliegenschaften sowie in vielen Industrien geschaffen worden. Die Anpassung wird lange dauern und ist nicht nur vorübergehend. Das Risiko einer harten Landung ist ausgeprägt. Als Folge davon werden sich viele Schwellenländer, speziell diejenigen mit hoher Abhängigkeit von Rohstoff-Exporten nach China, ebenfalls einer harten Anpassung gegenüber sehen. Belastend wirkt zusätzlich, dass viele Schwellenländer eine besonders hohe Verschuldung des privaten Sektors aufgebaut haben. Diese nominelle Verschuldung und der Schuldendienst (Zinsen + Rückzahlung) in einem Umfeld mit scharf fallenden Exportpreisen und einheimischen Währungen gegenüber drohen einen Prozess der Schuldendeflation auszulösen. Die reale Schuld und der reale Schuldendienst steigen rasch an.

In Deutschland droht speziell der Autoindustrie ein herber Rückschlag. Der größte Autohersteller der Welt ist in einem Betrugsskandal gefangen, welcher den Kern der Automarke und seiner Geschäftsstrategie betrifft, den Dieselmotor. Die Autoindustrie war die größte Wachstumsindustrie Deutschlands in den letzten 15 Jahren, und Volkswagen der Repräsentant. Dies wird weltweit und in Europa nicht ohne Konsequenzen abgehen, mit Folgewirkungen auch für die anderen beiden Premium-Hersteller. Volkswagen hat ein gravierendes Reputationsproblem bei Kunden und Anlegern. Die Anforderungen und Messmethoden für Emissionen werden drastisch verschärft werden, und die Produkte entsprechend verteuert. Es wird schwierig werden, die Grenzwerte für Emissionen einzuhalten, und die Produktplanung sowie die Investitionsbudgets werden umgestellt werden müssen.

Der äußerst dynamischen Exportentwicklung der letzten 15 Jahre stand eine stagnierende Binnenwirtschaft gegenüber. Diese war geprägt von stagnierenden und in nicht wenigen Bereichen sinkenden Reallöhnen und von einer ausgeprägten Investitionsschwäche. Vor allem die Neubautätigkeit hatte einen schweren Einbruch.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dieser Einbruch ist einem komplexen Ursachenbündel zuzuschreiben: Zu hohe vorangegangene Bautätigkeit im Osten, Sparpolitik des Staates sowie Demographie. Diese war von weniger Heiraten und Kindern sowie geringer Nettoimmigration gekennzeichnet. Im Endeffekt ist die schwache Demographie ein längerfristiges Phänomen seit den 1980er Jahren. Sie ist aber durch die Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik erheblich verstärkt worden, die mit dem Stichwort ‚Agenda 2010’ unauflöslich verbunden ist. Die massenhafte Einführung prekärer Arbeitsformen mit ungesicherten Berufs- und Einkommensperspektiven, und das Risiko des Abfallens in eine Armutsfalle reduzierten die Bereitschaft breiter Schichten der Bevölkerung, Kinder zu haben. Anders als in Frankreich wurde dies auch sozialpolitisch und steuerlich auch nicht unterstützt. Kommt noch hinzu das Risiko von Altersarmut aufgrund der Unterfinanzierung der Vorsorgewerke und der miserablen Erträge auf Spargeldern.

Im Ergebnis steckt Deutschland in einer Demographiefalle. Deutschland hat eine miserable Demographie, wie sie nur ganz wenige andere Länder aufweisen: Japan, China, Deutschland; interessanterweise die großen Industrieländer außerhalb der Vereinigten Staaten. In der Zukunft werden ohne Einwanderung immer weniger Beschäftigte immer mehr Rentner finanzieren müssen. Deutschland hat sich in den Jahren der Eurokrise immer als Vorbild, als Ausnahmefall gefeiert. Die politische Elite hat großzügig darüber hinweg gesehen, dass die längerfristige Zukunft düster war. Dieses rein exportgetriebene Wachstumsmodell war eine Sackgasse. Sie hat auch in der Rentenpolitik die Karte etablierter älterer Personen gespielt, mit einer an sich nicht finanzierbaren Reduktion des Rentenalters und jetzt wieder mit einer raschen Anhebung der Renten.

Doch diese Phase stagnierender Binnenwirtschaft ist in Deutschland jetzt vorbei. Was jetzt mit der Flüchtlingspolitik passiert ist, ist ein Dammbruch. Es ist der Beginn einer Massenimmigration nach Deutschland, die im Charakter und in der zeitlichen Intensität vergleichbar sein dürfte wie die Massenimmigration in die Peripherieländer parallel zur Einführung des Euro. Damals vollzog sich in Italien, Spanien und in Irland ein Einwanderungsschub, der eine gewaltige Bautätigkeit in Gang setzte. In Italien und Spanien stieg die registrierte ausländische Wohnbevölkerung innert eines Jahrzehnts um rund vier bis fünf Millionen.

In Griechenland und in Portugal erfolgte der Startschuss schon früher in den 1990er Jahren, mit den genau gleichen Wirkungen. Die Massenimmigration spezifisch in diese fünf Länder ist der Ursprung der steil ansteigenden Bautätigkeit und Kreditvergabe und der überschießenden Investitionen, die später ab 2008 zur Eurokrise führten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Immigration in Deutschland konzentriert sich auf junge Leute unter 25 Jahren, meist männlich. Sie umfasst Asylsuchende, politische Flüchtlinge und auch Wirtschaftsflüchtlinge. Erfahrungsgemäß haben diese Immigranten nach wenigen Quartalen bis Jahren eine sehr hohe Erwerbsquote. In den Peripherieländern lag diese üblicherweise bei 80% und höher. Eine Immigration dieser jungen Leute hat typischerweise Echoeffekte durch Nachzug. Die Wohnbevölkerung wird dadurch deutlich ansteigen. Realistischerweise wird dies die Wohnbevölkerung Deutschlands innert der nächsten 5-10 Jahre auf mindestens 90 Millionen anheben. Dies entspräche rund 10 Prozent Wachstum gegenüber dem aktuellen Zustand. Zum Vergleich. In Spanien stieg die Wohnbevölkerung von 1998 bis 2007, d.h. innert neun Jahren, von unter 40 auf 48 Millionen registrierte Einwohner, d.h. um rund 20Prozent.

Diese Massenimmigration in Deutschland überlagert, ergänzt und verstärkt diejenige, welche durch die Eurokrise entstanden ist. Viele sehr gut qualifizierte junge Leute aus den Peripherieländern oder den östlichen neuen EU-Ländern, die zu Hause keine Perspektive haben, wandern nach Deutschland ein, völlig legal durch die Personenfreizügigkeit.
Das Wirtschaftswachstum wird sich auf den Wohnungsbau und mit diesem verbundenen Infrastrukturbau konzentrieren. Die Bautätigkeit hat sehr starke Effekte auf die verarbeitende Industrie und auf vor- und nachgelagerte Dienstleistungen. Kein anderer Sektor der Wirtschaft weist auch nur annähernd so starke Kopplungseffekte auf. Die Bautätigkeit hat überdies eine sehr geringe Importneigung. Der jetzt beginnende Bauboom wird im Binnensektor extrem hohe Wachstumsraten auslösen. Denn sekundär wird auch der Konsum stark profitieren. Und im Infrastrukturbereich werden die Staatsausgaben ganz gewaltig ansteigen müssen.

Historisch waren in Deutschland wie in vielen anderen Ländern die Phasen mit hoher Immigration und Bevölkerungszunahme die besten Jahre oder sogar Jahrzehnte des Wirtschaftswachstums. Solche Phasen starker Immigration und Bautätigkeit repräsentieren üblicherweise kumulativ sich verstärkende Prozesse. Der Bedarf an qualifizierter Arbeitskraft aller Stufen im Bausektor wird zur weiteren Einwanderung von Bauarbeitern, Architekten, Dienstleistern aller Art vor allem aus den Peripherieländern und aus Osteuropa führen – und damit eine sekundäre Einwanderung auslösen. Die Immigration in den Bausektor ist ein dominantes Merkmal der Massenimmigration in solchen Phasen. In den Peripherieländern konzentrierte sich die Beschäftigung der Immigranten auf den Bausektor, auf den Tourismus und das Gastgewerbe, und auf den Agrarsektor. Dabei nehmen auch die Reallöhne und Realeinkommen der Einheimischen beschleunigt zu, vor allem auch in Bereichen, wo sie vorher stagnierten oder sogar real rückläufig waren.

Typischerweise steigt dann auch die Geburtenrate der einheimischen Wohnbevölkerung wieder deutlich an. Höhere Reallöhne und eine verbesserte Zukunftssicherheit wirken sich kumulativ aus. Ökonomische Ängste, wie sie der notorische Miesmacher Hans-Werner Sinn jetzt schon wieder verbreitet, sind fehl am Platz, gemessen an der historischen Erfahrung Deutschlands und anderer Industrieländer.
Die ganz großen Phasen steigender Reallöhne waren Mitte der 1960er bis Mitte der 1970er Jahre und wieder Ende der 1980er bis Mitte der 1990er Jahre, als die Wohnbevölkerung durch Immigration stark zunahm. In der ersten Periode waren es Immigranten aus Italien, der Türkei oder Griechenland, in der zweiten vor allem aus der ex-DDR.
Dennoch ist eine Hurrahaltung nicht angebracht.

In den Peripherieländern wurde dieser Immigrationsschub konzeptuell falsch aufgegleist, dies in vielerlei Hinsicht: Aufenthaltsrecht, Arbeitsmarktpolitik, Raumplanung, Regionalpolitik, Wohnungsbaupolitik und –finanzierung, Steuer- und Ausgabenpolitik, Bankenregulierung und -überwachung. Diese Länder haben dafür mit einem schlimmen Boom und Bust-Zyklus dafür bezahlt. Weil Ökonomen wie Sinn in Deutschland eine völlig falsche Interpretation der Eurokrise durchgesetzt haben, ist zu befürchten, dass auch in Deutschland von Anfang an eine fehlgeleitete Politik eingeschlagen wird. Mit seiner Forderung nach höheren Steuern, reduzierten Mindestlöhnen und erhöhtem Rentenalter schlägt er jedenfalls schon Mal exakt die falsche Richtung ein.

Eine Schnapsidee ist die Forderung nach einem Flüchtlings-Soli: Nur schon der Name garantiert einen Fehlstart von allem Anfang an. Die Ablehnung in der breiten Bevölkerung, die ohnehin zweifelt, ist dann garantiert. Gerade auch in den anderen europäischen Ländern, die sich ja wehren, und die man dazu bringen will, dass sie Flüchtlinge aufnehmen sollen, Wenn als erstes Steuererhöhungen kommen, würde dies die Widerstände enorm verstärken.

Um in Deutschland langfristig gravierende ökonomische Strukturverzerrungen und Prozesse des Überschießens wie in den Peripherieländern zu vermeiden, ist eine ökonomische Analyse vergangener Wachstumsprozesse, die auf Massenimmigration beruhen, im Voraus notwendig. Dies würde auch helfen, die heutigen Probleme der Peripherieländer ganz anders zu interpretieren und der krisenbedrohten deutschen Exportindustrie dort neues Potential zu erschließen.

Kommentare

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  1. merkellllll sagt:

    funktioniert rein rechnerisch, wenn man steuergelder reinpumpt.
    aber ansonsten nicht wirklich.

  2. Dr. Logik sagt:

    Den Schlussfolgerungen in diesem Artikel fehlt jede Logik.
    Mit einem Demographischen Wandel (=zu wenig junge bzw. zu viel alte Menschen) zu argumentieren ohne die steigende produktivität und somit ein Arbeitsplatzabbau zu berücksichtigen, ist sehr einfach und falsch gedacht.

    Auch die Angabe von möglichen zentausenden neuen Arbeitsplätzen nützt bei einen Einwohnerzuwachs von 1 Million und mehr nicht viel.

    Was die wenigen unbesetzten Arbeitstellen betrifft, da hat ja bereits Alex die Erklärung geschrieben. Auch hier geht die Entwicklung in Richtung Lohndumping (= weniger Lohn).

    Zudem legt auch die Regierung immernoch das Asylgesetz falsch aus. Asly ist eine zeitlich befristete Unterkunft, bei der der Asyland im Normalfall nach dem Krieg wieder zurück in seine Heimat will und auch geht. Bei der aktuellen Integrationspolitik geht es aber mehr um eine Einwanderung, was etwas völlig anderes ist!
    -> Hierzu fehlt uns jedoch eigentlich ein richtiges Einwanderungsgesetzt!

  3. Stefan Bode sagt:

    Die verketteten Feststellungen sind nicht schlüssig. Der Anstieg der „Wohnbevölkerung“ in Spanien könnte auch damit zusammenhängen das es im Vergleich zu vor 20 Jahren mehr Singlehaushalte gibt, wie dies auch in Deutschland der Fall gewesen ist – mit Trend zur Zweitwohnung.
    Die Integration von Flüchtlingen die weder schreiben noch lesen können oder max. Grundschulniveau haben, (wir sprechen hier von ca. 50% der Flüchtlingen) wird keinen positiven Effekt für das BIP haben können. Sie werden (mit wenigen Ausnahmen) auch keiner qualifizierten Arbeit nachgehen können. Das wiederum bedeutet, dass Sie Ihren Lebensunterhalt nicht verdienen können und damit das bestehende BIP auf mehr Leute verteilt werden muß. Es muß also jemanden anderem etwas weg genommen werden und sei es nur durch Erhöhung der Staatsverschuldung oder Erhöhung der Steuerlast.
    Wenn die BRD mehr heimische Geburten gewollt hätte (und zwar bei der arbeitenden und damit konsumfähigen Bevölkerung) dann hätte einfach der Steuerfreibetrag pro Familienglied auf z.B. 12.000 € p.a. festgesetzt werden müssen. Bei einem Ehepaar mit 2 Kindern wären das 48.000 € Freibetrag p.a.. Das wiederum würde nicht nur Eheschließen/das Kinderbekommen attraktiver machen, sondern auch zwangsläufig den herbeigesehnten Binnenkonsum befeuern, weil genau die Bevölkerungsteile betroffen wären, die prozentual am meisten konsumieren und am wenigsten sparen.
    Allein die jetzt auszugebenden zig Milliarden pro Jahr hätten dieses Programm locker finanzieren lassen. Da die Politik ohne durchdachten Konzept arbeitet und nicht wie erwartet den qualifizierten Zuzug durchgesetzt hat, wird es mit hoher Wahrscheinlichkeit eher zu einer Zersetzung der Gesellschaft führen, was wir vielleicht nicht sofort sondern über die nächsten 10 Jahren sehen werden.

  4. Alex sagt:

    Schon der Ansatz ist unlogisch. Damit es zu einer Binnennachfrage kommen könnte, müssten all die Flüchtlinge erstmal Geld zum ausgeben haben. Haben sie nicht, werden sie auch in überwiegender Mehrheit nicht haben, denn besetzen sollen sie ja all die freien schönen Arbeitsplätze, für die bisher keine Bewerber da waren. Aufgrund des leergefegten Arbeitsmarktes, wie hier behauptet wird, was natürlich Quatsch ist, sieht man sich die offiziellen, und vor allem die inoffiziellen Zahlen dazu an. Vielmehr sind die Arbeitsbedingungen und Löhne dieser Stellen derart mies, dass keiner dort arbeiten möchte, der es irgendwie vermeiden kann. Ob es sinnvoll ist, sich eine immigrierte Unterschicht zu schaffen, die diese Plätze quasi als Arbeiter und damit Menschen zweiter Klasse besetzen soll, ist eine Frage für sich. Nehmen wir es einfach mal an. Dann hätten wir ein paar Millionen mehr, deren Geld gerade zum Überleben reicht, oder die sogar noch mit ALG2 aufstocken müssten. Damit hätten wir das was bereits ist noch verschlimmert. Und kommt die Kohle für`s Wachstum vom Staat, sei es in Form von ALG2 oder sonstigen Finanzspritzen, sind wir wieder bei der Finanzierung auf Pump, der Schuldenfalle, in die der IWF sämtliche Länder gerne drängt.
    Und wofür brauchen wir gleich noch das Wachstum, und wohin wollen wir am Ende gewachsen sein?
    Zu ehrlich um es hier zu posten?

    • Alfred Beer sagt:

      wirklich gut beschrieben, aber eines hast Du noch nicht begriffen.

      Das denen vollkommen egal aus welcher Richtung das Geld kommt !!

      Wichtig ist, dass die Konsumenten, und da ist es egal ob Inländer oder Ausländer, nur soviel Geld bekommt damit er alles jeden Monat ausgeben muss, um zu überleben.

      Dieses Geld geht dann schlussendlich über Konsum oder Kredite an die Konzerne und Banken.
      Die Umverteilung von Arm zu Reich.

      Ob da am Ende die Schulden steigen oder nicht interessiert die nicht.
      Zum Schluss springt dann der Steuerzahler ein, oder sie „rasieren “ alle Kontoinhaber über Nacht mit einem Pauschalabzug ( Zypern, Spanien)

      So läuft das!!!

      • Alex sagt:

        Das ist schon richtig, die Monopoly-Maschinerie soll um jeden Preis am Leben gehalten werden, wenigstens noch bis zur nächsten Generation;)
        So gesehen ist es auch egal woher das Geld kommt, stimmt, aber mir ging es eher darum, Lesern des Artikels die Augen für ein paar grundsätzliche Ungereimtheiten, nicht nur im Artikel, zu öffnen.
        Darüber könnten wir lange diskutieren, und in dem Zusammenhang stellt sich natürlich auch die Frage, ob nicht ein Scheitern sämtlicher, der Krise entgegenwirkenden Maßnahmen von den Kreisen ganz oben gewollt ist, um etwas Neues, noch Unschöneres zu schaffen. Und mit ganz oben mein ich nicht Merkel. Die mag nächsten Monat schon das Gegenteil sagen. Nachdenken sollte man dann nicht über das, was sie sagte, sondern eher darüber, ob es bei ihr tatsächlich nicht für den Durchblick reicht, oder das Gesagte einem ganz anderen Zweck dient. Letzteres halte ich persönlich für zumindest sehr wahrscheinlich.
        Darauf bezieht sich auch mein Hinweis mit den Schulden/IWF. Der IWF ist durchaus an Schulden interessiert, je verschuldeter ein Land, umso mehr Bedinungen kann er zugunsten seiner Mitglieder durchsetzen, Privatisierungen etc.
        Dazu gibt es ein gutes Buch namens Chronik eines Raubzugs..
        Letztlich geht es nur in eine Richtung. Ein Wirtschaftssystem, welches abhängig von Wachstum ist, muss sich selbst kaputt machen, es geht nicht anders, denn Wachstum ist letztlich immer auf die Größe der Erdoberfläche beschränkt.

        Dank für die Antwort.

        Und danke das ich posten durfte, klappt ja nicht immer, aber manchmal bin ich halt geladen, und letztlich dient Eure Zensur daher auch meinem eigenen Schutz:)

      • dickbrettbohrer sagt:

        Alfred Beer:

        Danke für die klaren Worte. Die Einwanderung ist ein gigantisches Umverteilungsprogramm. Mit Hilfe der Migranten wird jegliches Kapital verflüssigt, saugt man die Ersparnisse der Bürger ab zugunsten des Konsums. Weil Sparen ein Grundbedürfnis des Menschen ist, der für eine ungewisse Zukunft vorsorgen möchte, gelingt die Mobilisierung der Ersparnisse nur auf perfiden Umwegen: Inflationierung, Steuererhöhungen, zusätzliche Abgaben etc. Dazu braucht man mittellose Einwanderer.
        So erhöht sich kurzfristig der Geldfluß, und da wird wieder kräftig abgeschöpft. Ein Programm zur Scheinankurbelung der Wirtschaft, und alle jubeln! Gewinner sind die Asylindustrie und der Staat. Verlierer ist der arbeitende und sparende Bürger. Dem Verzehren von Ersparnisse steht kein neu geschaffener Wohlstand gegenüber. Auf mittlere Sicht kommt es zur Verarmung der Gesellschaft.

        Gruß vom dickbrettbohrer

        • Alfred Beer sagt:

          Ja, so könnte man es natürlich auch ausdrücken.

          Mir war nur wichtig zu sagen, dass das hier gesteuert ist, und es wieder die gleichen großen Gewinner gibt.

          Fr. Merkel hat ja nur das zu sagen, was Ihr von oben geflüstert wird.
          Sie ist doch nur das Sprachrohr dieser elitären Schicht, sie darf ja auch nicht das sagen was sie wirklich denkt.

          Wenn sie das nicht macht dann macht das eben ein Anderer oder Andere.