China leitet Ermittlungen gegen Ex-Manager von VW-Joint-Venture ein

In China haben die Behörden Ermittlungen gegen einen Ex-Manager der Gemeinschaftsfirma von Volkswagen und dem lokalen Auto-Produzenten FAW eingeleitet. Er steht unter Verdacht, Bestechungsgelder angenommen zu haben. VW selbst kündigte indes Investitionskürzungen an, von denen auch der VfL-Wolfsburg betroffen sein wird.

In China wird gegen einen ehemaligen Manager der Gemeinschaftsfirma von Volkswagen und dem lokalen Auto-Produzenten FAW wegen Bestechungsvorwürfen ermittelt. Die Ex-Führungskraft sei den Behörden übergeben worden, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua am Dienstag. Ihm wird vorgeworfen, als Vorstand der Audi-Verkaufsabteilung bei FAW-Volkswagen in den Jahren 2006 bis 2012 Bestechungsgelder angenommen zu haben. Im Gegenzug habe der Manager Händler beim Bau neuer Autohäuser und bei Rabattaktionen unterstützt. Ein FAW-Sprecher wollte sich nicht dazu äußern, der Manager war nicht erreichbar.

Chinas Präsident Xi Jinping hat die Bekämpfung der Korruption zu einer der Prioritäten seiner Amtszeit erklärt. Experten zufolge könnte der jüngste VW-Skandal um die Manipulation von Diesel-Emissionswerten den Absatz der Wolfsburger auf dem weltgrößten Automarkt dämpfen.

Indes hat der Volkswagen-Konzern Investitionskürzungen angekündigt. Pro Jahr hat der neue Markenchef Herbert Diess rund eine Milliarde Euro weniger für Modelle und Fabriken zur Verfügung als bisher geplant, wie VW am Dienstag in Wolfsburg mitteilte.

Der Skandal trifft auch die Typen-Planung bei VW: Das schwächelnde Top-Modell Phaeton bekommt keinen herkömmlichen Nachfolger mehr, sondern wird nur als Elektroauto weiterentwickelt, wie VW mitteilte. Offen ist, was der Schritt für die Gläserne Manufaktur in Dresden bedeutet, die 2001 eigens für die Limousine gebaut worden war. Entscheidungen dazu gebe es noch nicht, betonte ein Sprecher. An dem Standort sind derzeit rund 520 Menschen beschäftigt.

 

Auch der Fußball bekommt die Affäre zu spüren. Bundesligist VfL Wolfsburg muss sein geplantes, 40 Millionen Euro teures Nachwuchsleistungszentrum vorerst auf Eis legen. «Ich denke, es ist zu verstehen, dass man das jetzt zumindest erstmal aussetzt», bestätigte VfL-Geschäftsführer Klaus Allofs der Deutschen Presse-Agentur entsprechende übereinstimmende Medienberichte.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil machte am Dienstag indes wenig Hoffnung auf eine schnelle Klärung der Hintergründe. Allein die Ermittlungen der US-Anwaltskanzlei Jones Day zum VW-Abgas-Betrug werden demnach einige Monate dauern. Die Untersuchungen würden auf Beschluss des Aufsichtsrates mit hoher Akribie betrieben, sagte der SPD-Politiker im Landtag in Hannover.

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