Zahl der Österreichischen Patentanmeldungen in China fast verdoppelt

Für Patentanmeldungen gehen Österreichs Unternehmen nicht mehr nur ans Europäische Patentamt und das eigene nationale. Immer öfter lassen sie Patente in China anmelden. Hier hat sich die Zahl der Anmeldungen innerhalb von nur vier Jahren fast verdoppelt. Kein Land in Europa hat eine so hohe Zuwachsrate.

In Zeiten der Globalisierung ist der Schutz des geistigen Eigentums immer wichtiger und auch schwieriger. Während früher die Anmeldung von Patenten auf nationaler und europäischer Ebene ausreichte, gilt dies heute nicht mehr. Der Druck aus China zeigt sich bei den aktuellen Patentanmeldungen.

Während die österreichischen Unternehmen 2010 550  Patente angemeldet haben, waren es 2014 bereits 1062. Damit hat sich die Zahl der Patentanmeldungen von österreichischen Unternehmen in China fast verdoppelt (93,1 5). Allein von 2013 auf 2014 wuchs die Zahl der Anmeldungen um mehr als 11 Prozent, wie die Daten des staatlichen Amtes für geistiges Eigentum der Volksrepublik China (SIPO) zeigen. Das ist die höchste Zuwachsrate unter den Europäischen Ländern, so das Europäische Patentamt.

Deutsche Unternehmen meldeten im vergangenen Jahr 16.026 Patente an, Frankreich 45.460 und die Schweiz 4.276. Insgesamt übersteigt die Zahl der Patentanmeldungen aus dem Ausland in China mit 928.000 bei weitem die der heimischen (127.000).  „In den letzten 30 Jahren hat China aus dem Stand heraus ein ausgezeichnetes System zum Schutz des geistigen Eigentums (IP) geschaffen“, sagte Shen Changyu vom SIPO anlässlich der 30-jährigen Zusammenarbeit zwischen dem Chinesischen und dem Europäischen Patentamt (EPO).

Beim Europäischen Patentamt steigerten die österreichischen Unternehmen ihre Patentanmeldung von 2013 auf 2014 um 4,5 Prozent. 2.501 Anmeldungen erfolgten im vergangenen Jahr. Das ist deutlich mehr als deutsche (-0,8 %), italienische (+0,5 %) und schweizerische (-3,1 %) Unternehmen angemeldet haben. Chinas Anmeldungen wuchsen indes um 18,2 Prozent.

Im Sommer war dann auch ein Österreicher unter den Gewinnern des Europäischen Erfinderpreis:

„Franz Amtmann (Österreich) und Philippe Maugars (Frankreich) mit ihren Teams der niederländischen Firma NXP Semiconductors wurden für ihren Beitrag zur Nahfeldkommunikation (Near Field Communication, NFC) ausgezeichnet, einer Technologie zur berührungslosen und sicheren Übertragung von Daten über Mobilgeräte. Die Erfindung erweitert die Einsatzmöglichkeiten für mobile Endgeräte um ein Vielfaches: Smartphones lassen sich künftig beispielsweise als Geldkarte, Steuerung für Smart Homes, Zugangskarte zu gesicherten Bereichen oder als Tool für Industrie 4.0-Anwendungen nutzen. Minimale Übertragungsdistanzen und die Datenverschlüsselung erhöhen die Sicherheit von NFC.“

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