Online-Banking: Betrüger hacken SMS-Tan-Verfahren

Hackerbanden haben dutzende Telekom-Kunden per Online-Banking bestohlen. Die Betrüger verschafften sich die Sim-Karte der Opfer, indem sie sich bei der Telekom als Mobilfunk-Händler ausgaben. Damit überwiesen sie fünfstellige Beträge von den Kundenkonten.

Eine Betrugswelle hat in den vergangen Monaten dutzende Telekom-Kunden mit Online-Banking getroffen. Hacker tricksten das zweigleisige Sicherungsverfahren aus, indem sie den Computer hackten und sich gleichzeitig die Sim-Karte der Opfer beschafften. Der gesamte Schaden geht über eine Million Euro.

Betroffen sind dutzende Kunden verschiedenster Anbieter, die jedoch alle einen Handy-Vertrag bei der Telekom abgeschlossen hatten. An die SIM-Karte kommen die Täter, indem sie sich gegenüber der Telekom als Handy-Shop-Besitzer ausgeben, der für seine Kunden eine neue Sim-Karte freischalten will. Damit erhielten sie Zugang zu dem mTan-Verfahren und überwiesen über Wochen fünfstellige Beträge von den Konten der Opfer.

Dieser Trick ist neu: Bei einer früheren Betrugswelle hatten sich die Täter als Kunden ausgegeben, woraufhin die Mobilfunkanbieter das Identifizierungsverfahren für die Erlangung einer neuen Sim-Karte verschärft hatten. Nachdem sich die Täter nun statt als Kunden als Händler ausgeben, haben die Banken reagiert und auch dieses Identifizierungsverfahren verschärft, so ein Postbank-Sprecher gegenüber der SZ. Die Kunden bekommen den Schaden in der Regel von ihrer Bank erstattet.

Kommentare

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  1. harry sagt:

    Was es alles gibt
    LG

  2. Alfred Beer sagt:

    Also meine Hausbank sagte mir das ist alles absolut sicher.

    Ich brauche mir da keine Sorgen machen.

    Erinnert mich ein wenig an die Aussagen unserer Politiker vor den Wahlen.

    • Pumpernickel sagt:

      Und wenn es ein Problem gibt kriegen Sie das Geld doch trotzdem von jeder Bank erstattet. Betrügereien mit Überweisungen sind so alt wie das Girosystem, schon zu Kaisers Zeiten gab es das – damals halt mit der „guten alten“ Unterschriftenfälschung. Aus Kundensicht „absolut sicher“ heißt „kein finanzielles Risiko“ – und das halten die Banken ja ein. Schlimmstenfalls hat man etwas Papierkram, weil man Strafanzeige erstatten und das ganze bei der Bank reklamieren muss. Sie können natürlich auf die Bequemlichkeit des Homebankings verzichten, jede örtliche Sparkasse bietet ein Girokonto ohne Homebanking an. Und dann sind Sie risikotechnisch trotzdem nicht wortwörtlich sicher, siehe Kaisers Zeiten und Unterschriftenfälschung.

      Aber man kann natürlich auch jede Gelegenheit nutzen um über „unsere Politiker“ zu nörgeln, sei es wenn es um Überweisungsbetrug geht…