Antennenbauer Kathrein schließt Werk in Nördlingen

Der massive Preisverfall und der hohe Wettbewerbsdruck seien der Auslöser für die Werksschließung. 700 Mitarbeiter sind von dem Aus betroffen.

Der Antennenbauer Kathrein schließt sein Werk im bayerischen Nördlingen und zieht sich damit aus der Produktion von Mobilfunkantennen in Deutschland zurück. Allen 700 Mitarbeiter sei spätestens zum Produktionsstopp am 30. April 2016 gekündigt worden.

„Die Lohnkosten in Deutschland waren das Zünglein an der Waage“, sagte Firmenchef Anton Kathrein am Mittwoch. Die Mitarbeiter waren am Vortag informiert worden. „Diese Entscheidung gehört zu den schwersten in der Geschichte von Kathrein“, sagt Frank Ullmann, Chief Operating Officer der Kathrein-Gruppe. „Wir haben in den vergangenen Monaten verschiedene Optionen intensiv geprüft und durchgerechnet Leider mussten wir feststellen, dass wir eine Serienproduktion in Nördlingen wirtschaftlich nicht länger darstellen können.“

Zuletzt seien die Aufträge überraschend eingebrochen, sagte Kathrein. Dies habe zu einem Preiskampf in der Branche geführt, „bei dem auch wir an die Schmerzgrenze gingen“. Bereits im September hatte Kathrein bekanntgegeben, dass auch am Firmensitz in Rosenheim die Serienproduktion eingestellt wird und 300 Stellen wegfallen.

Der Antennenbauer mit einem Jahresumsatz von zuletzt 1,5 Milliarden Euro beschäftigt weltweit knapp 9000 Mitarbeiter. In Rumänien, China und Mexiko hat das Unternehmen drei Werke für die Mobilfunkproduktion in den wichtigsten Regionen.

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