Manz-Aktie nach Gewinnwarnung im freien Fall

Nach der zweiten Gewinnwarnung in diesem Jahr, geht die Aktie des Spezialmaschinenbauers Manz in die Knie. Der Kurs stürzte um mehr als 30 Prozent ein.

Anleger haben die Aktien des Spezialmaschinenbauers Manz am Dienstag aus ihren Depots geworfen. Der Aktienkurs des Apple -Zulieferer stürzte um 34,9 Prozent auf 38,30 Euro ab und notierte damit so niedrig wie seit August 2013 nicht mehr. Das Unternehmen hatte am Vorabend zum zweiten Mal in diesem Jahr seine Jahresziele eingedampft. In einem Reuters-Interview kündigte Finanzvorstand Martin Hipp an, alle Standorte in Europa und Asien auf den Prüfstand zu stellen.

„Ohne Zweifel ist die neuerliche Gewinnwarnung ein eindeutiges Desaster für das Unternehmen“, erklärte Analyst Thomas Rau vom Brokerhaus Equinet. Längerfristig halte er Manz angesichts der aggressiven Restrukturierung zwar für ein interessantes Investment. Doch müsse das Management seine Glaubwürdigkeit erst zurückgewinnen. Rau kassierte seine Kaufempfehlung ein und empfahl die Aktien als „neutral“. Das Kursziel senkte er auf 45 von 91 Euro. Auch LBBW-Analyst Erkan Aycicek senkte das Kursziel auf 43 Euro von 64 Euro. „Wir bestätigen unser Halten-Rating und denken, dass Vertrauen am Kapitalmarkt zerstört wurde und Investoren erst nachhaltige Ergebnisverbesserungen sehen möchte, bevor sie wieder investieren.“

Der Apple -Zulieferer Manz bekommt die Konjunkturabkühlung in China kräftig zu spüren. Der Spezialmaschinenbauer senkte erneut seine Umsatz- und Gewinnprognose für 2015. Grund seien Auftragsverschiebungen vor allem von Kunden aus Asien, teilte das im TecDax notierte Unternehmen am Montagabend mit. Die Investitionsbereitschaft der chinesischen Kunden sei deutlich zurückhaltender. Daher könnten nach Einschätzung des Vorstands bislang für 2015 erwartete Umsätze voraussichtlich erst ab dem nächsten Geschäftsjahr realisiert werden.

Für dieses Jahr erwartet der Vorstand nunmehr Erlöse zwischen 200 und 210 Millionen Euro und ein negatives Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) im mittleren zweistelligen Millionenbereich. Bereits Ende Juni hatte Manz seine Ziele gekippt. Die bereits reduzierte Prognose sah einen moderat rückläufigen Umsatz gegenüber dem Vorjahr von 305,9 Millionen Euro und ein verbessertes, jedoch negatives Ebit vor. Als Konsequenz werde Manz nun ein Restrukturierungsprogramm einleiten, dessen Maßnahmen bis Ende November vorgestellt werden sollen. Im Frankfurter Späthandel weiteten Manz-Aktien ihre Kursverluste auf 12,1 Prozent aus.

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