Bosch-Tochter streicht tausende Stellen

Der Technologiekonzern Bosch kürzt in seiner Industriesparte massiv Stellen. In den kommenden drei Jahren sollen bis zu 1150 Stellen an sechs deutschen Standorten der Tochterfirma Bosch Rexroth wegfallen, wie das Unternehmen mit Sitz in Lohr (Bayern) am Dienstag mitteilte. Zur Begründung wies die Firma auf die weltweit sinkende Nachfrage nach den angebotenen Produkten.

Bosch streicht bei seiner Industrietochter Bosch Rexroth 1150 Arbeitsplätze. „Ziel der von Bosch Rexroth angestrebten Sanierung ist es, mit einer Kostensenkung von 450 Millionen Euro die Zukunftsfähigkeit des Bereichs nachhaltig zu sichern“, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Betroffen seien sechs Standorte in Süddeutschland. Die Nachfrage nach Nutzfahrzeugen wie Baggern, Traktoren oder Gabelstaplern, für die Rexroth Steuerungstechnik baut, sei seit Jahren rückläufig.

„Verschärfend kommt hinzu, dass in China der Absatz von Baumaschinen weiter eingebrochen ist, im ersten Halbjahr 2015 um mehr als 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.“ Die Bosch-Tochter mit Hauptsitz in Lohr am Main wolle nun einfachere Arbeitsabläufe einführen und „kostengünstigere Werke außerhalb Deutschlands verstärkt“ nutzen.

Die IG Metall kritisierte den Schritt. „Bei Schwierigkeiten in einem Bereich reflexartig den Rotstift an den Personalkosten anzusetzen, greift deutlich zu kurz“, sagte Bayerns Bezirkschef Jürgen Wechsler. „Auf diese Weise bekämpft man kurzfristig Symptome, aber lässt den eigentlichen Kern der Probleme unangetastet.“ Die Gewerkschaft verlangt für weitergehende Verhandlungen mehr Informationen. Einschränkungen beim Gehalt stünden allerdings nicht zur Disposition.

In Stein gemeißelt ist der Stellenabbau noch nicht. Nach Darstellung von Firmenchef Karl Tragl könnten weniger Jobs gestrichen werden, sollte sich die Arbeitnehmerseite in den noch ausstehenden Gesprächen etwa über den Sozialplan bewegen.

Doch die Lage ist einigermaßen festgefahren: Gespräche gibt es schon seit dem Sommer, als die Firma ihre Pläne für einen 450 Millionen Euro schweren Sparkurs vorstellte, das Ausmaß der Jobkürzungen aber noch offenließ. Seither wirft die IG Metall der Firmenspitze immer wieder vor, nicht mit offenen Karten zu spielen.

 

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