Industrie-Schwäche belastet Chemiebranche

Im dritten Quartal hat die deutsche Chemiebranche einen Dämpfer erfahren. Aufgrund geringerer Nachfrage aus der Industrie drosselten die Unternehmen ihre Produktion. Der Gesamtumsatz der Branche fiel um 2,5 Prozent. Eine Erholung ist nicht in Sicht.

Die wirtschaftliche Lage der deutschen Chemiebranche hat sich deutlich verschlechtert. Sowohl im Inland als auch im Ausland hatte die Branche mit Rückgängen zu kämpfen. Der Branchenumsatz ging von Juli bis September gegenüber dem Vorquartal zurück (-2,5 %). „Mit fast allen Weltregionen war der Umsatz im dritten Quartal rückläufig“, so der Verband der Chemischen Industrie (VCI).

Die Rückgänge aus dem Inland und den europäischen Nachbarländern konnten die Chemiekonzerne auch nicht durch das außereuropäische Ausland wettmachen. Aufgrund des wirtschaftlichen Abschwungs in China und der drohenden Rezession in Brasilien waren die Ausfuhren auch hier rückläufig. So sank der Umsatz im Ausland im Vergleich zum Vorjahr um ein Prozent und im Vergleich zum Vorquartal um 3,5 Prozent.

Gleichzeitig drosselten die Unternehmen ihre Produktion. Gegenüber dem Vorquartal ging die Produktion um 1,4 Prozent zurück, ohne Pharma um 0,8 Prozent. Bei beiden Branchen zusammen ging die Kapazitätsauslastung von 83,5 auf 82,6 Prozent zurück. Während die Hersteller von Fein- und Spezialchemikalien noch ein kleines Wachstum vorweisen konnte, verringerten die Hersteller von Wasch- und Körperpflegemitteln das vierte Quartal in Folge ihre Produktion.

„Alle für das Chemiegeschäft wichtigen Indikatoren zeigten im dritten Quartal abwärts“, so der Verband der Chemischen Industrie. Die Rezessionen in Brasilien und Russland bereiten vielen Unternehmen Sorgen, gleiches gelte für die überraschend starke Abkühlung der Konjunktur in China. „Mittlerweile rechnet die Branche in naher Zukunft nicht mehr mit einer Verbesserung der Geschäftslage.“

Trotz des Dämpfers im dritten Quartal rechnet der VCI aber noch mit einem Wachstum von 1,5 Prozent für das gesamte Jahr. Insgesamt rechnet er damit, dass die Preise für Chemikalien um 2,5 Prozent sinken werden und der Branchenumsatz bei 191 Milliarden Euro verharren dürfte.  „Für die nächsten Monate erwarten wir einen wechselhaften Markt mit nur moderaten Wachstumsimpulsen sowohl im Inland wie auch in Europa und Asien“, sagte der VCI-Präsident Marijn Dekkers.

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