Schweizer Kreditkarten-Branche greift in digitalen Markt ein

Die Kreditkartenfirmen erhalten mit neuen digitalen Zahlungsmöglichkeiten immer mehr Konkurrenz. Nun wollen sie selber mitmischen und präsentieren mit „Swiss Wallet“ ihr digitales Angebot. Erst sollen damit Internetkäufe getätigt werden können und im Anschluss auch Ladenkäufe.

Die klassische Kreditkarte erfreut sich weiterhin großer Beliebtheit. Doch im Zuge der Digitalisierung und der Schnelllebigkeit werden digitale Bezahllösungen immer beliebter. Vor allem das Handy wird in den kommenden Jahren beim Einkauf nicht mehr wegzudenken sein. Die Zahl der Unternehmen, die derartige Bezahlsysteme entwickeln, steigt. Neben der NFC-Technologie gibt es beispielsweise Twint, die Bezahl-App von Postfinance, die auch beim Einkauf bei Coop genutzt werden kann.

Um sich nicht auf mittlere Sicht aus dem Markt der Bezahlsysteme drängen zu lassen, haben Schweizer Kreditkartenfirmen eine eigene Bezahllösung entwickelt: Swiss Wallet. Hier arbeiten die Unternehmen Aduno Gruppe, Netcetera und Swisscard zusammen.
Die Idee:
„SwissWallet ist ein digitales Portemonnaie, in dem der Konsument seine Kreditkarten zentral speichern und über ein einziges Passwort verwalten und nutzen kann. In einem ersten Schritt ist SwissWallet im Zusammenspiel mit MasterPass, der digitalen Bezahllösung von MasterCard, in Online-Shops einsetzbar. In weiteren Entwicklungsschritten folgen Lösungen für das Bezahlen mit Smartphones im stationären Handel“, heißt es in einer Mitteilung der Swiss One Wallet AG.

Dabei werden die Lieferadresse und die Kreditkartendaten des Kunden nur an einem Ort hinterlegt. Ein erneutes Angeben beim Online-Kauf ist nicht mehr notwendig. „Die Identifikation und Authentisierung von Wallet-Inhabern ist durch ein 2-Faktor-Verfahren (zum Beispiel ein Passwort kombiniert mit einer separaten Security-App) gesichert und auf die Prozesse der einzelnen Kartenanbieter abgestimmt.“
Schon ab Mitte November soll Swiss Wallet zusammen mit MasterPass in Online-Shops verwendet werden können. MasterPass ist bereits in 24 Ländern und bei mehr als 250.000 Händlern im Einsatz. Neben der Bezahlung mit Swiss Wallet im Internet, soll das kontaktlose Bezahlen via Handy im stationären Handel ab der zweiten Jahreshälfte 2016 möglich sein.

Mit etwa drei Millionen ausgegebenen Karten sind die Aduno Gruppe und die Swisscard die führenden Schweizer Kreditkartenunternehmen. Immerhin besetzen sie etwa 50 Prozent des Schweizer Marktes. Und das digitale Portemonnaie soll mit den Kreditkarten von Mastercard, Visa und American Express funktionieren. Und der Markt ist vielversprechend. Immerhin verfügen 69 Prozent der Schweizer über ein Smartphone, so Thomas Ankenbrand von der Hochschule Luzern. Und immerhin 62 Prozent würden Mobile Payment nutzen.

Eine andere Lösung bietet der Bezahldienstleister SumUp, der mit der UBS eine Partnerschaft eingegangen ist. „Das SumUp PIN+ Kreditkartenlesegerät und die auf dem Smartphone installierte App ermöglichen das Akzeptieren von Kreditkartenzahlungen.“ Im November des vergangenen Jahres wurde das Start-up SumUp mit dem „Best of Swiss Apps Award“ ausgezeichnet. Bereits 2011 gegründet ist SumUp seit dem vergangenen Jahr in der Schweiz präsent.

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