Monsanto verzichtet auf Anbau von Genmais in Deutschland

Monsanto hat sich vorerst bereit erklärt, auf den Anbau von Genmais in Deutschland zu verzichten. Der Verzicht erfolgt freiwillig. Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft kritisiert, dass Agrarkonzerne nicht gesetzlich dazu gezwungen werden können, auf den Anbau von Genmais zu verzichten.

Der US-Agrarkonzern Monsanto will in Deutschland auf den Anbau von Genmais verzichten. Zuvor hatte Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt die Opt-out-Option gezogen, um mit Monsanto Verhandlungen über den Anbauverzicht zu führen. Allerdings kommt die Opt-out-Option keinem Verbot gleich. Die Agrarkonzerne können gesetzliche nicht dazu gezwungen, auf den Anbau von Genmais zu verzichten. Die Zustimmung beruht auf einer rein freiwilligen Ebene.

Doch der Vorsitzende des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), Felix Prinz zu Löwenstein, kritisiert das Fehlen einer gesetzlichen Verordnung. Biohandel-Online zitiert den BÖLW-Chef: „Dass einige Gentechnik-Konzerne den Anbau ihrer Pflanzen freiwillig unterlassen, ist für Landwirte und Verbraucher eine gute Nachricht (…) Das Einlenken von Monsanto und Co. zeigt aber auch das große Defizit der EU-Regelung, die hier genutzt wird. Die Opt-out-Lösung ist freiwillig und Staaten werden damit abhängig vom Wohlwollen der Unternehmen. Wer es mit Gentechnik-Verboten ernst meint, muss nun für eine solide gesetzliche Regelung sorgen, mit dem der Anbau bundesweit und rechtssicher ausgeschlossen wird.“

Ende September hatte sich die deutsche Bundesregierung für ein Verbot von Genmais ausgesprochen. „Der Anbau des gentechnisch veränderten Maises ist unvereinbar mit der in Deutschland üblichen Ackernutzung“, hieß es in dem Schreiben an die EU-Kommission. Es sei mit negativen Folgen für den konventionellen und ökologischen Maisanbau zu rechnen. Mehr als zwei Drittel der EU-Staaten können den Anbau bestimmter Genpflanzen auf ihrem Gebiet verhindern. Neunzehn Regierungen hatten dies bei der Brüsseler EU-Kommission für ihr gesamtes Staatsgebiet oder auch nur einen Teil davon beantragt. Die betroffenen Gentechnik-Unternehmen haben dies nun akzeptiert, wie die Brüsseler EU-Kommission nun mitteilte. Eine Frist für die Rückmeldung der Unternehmen sollte am Donnerstag ablaufen. Deutschland will den Anbau zu Forschungszwecken erlauben.

Der US-Agrarkonzern Monsanto leidet unter schwachen Geschäften in der Landwirtschaft und rutscht tiefer in die roten Zahlen. Im Geschäftsquartal bis Ende August stieg der Verlust verglichen mit dem Vorjahreszeitraum von 156 auf 495 Millionen Dollar (gut 440 Mio Euro), wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Der Umsatz sank von 2,6 auf 2,4 Milliarden Dollar. Monsanto will mit Sparmaßnahmen gegensteuern – in den nächsten 18 bis 24 Monaten sollen unter anderem 2600 Stellen gestrichen werden. Bei Anlegern kamen die Zahlen nicht gut an, die Aktie fiel vorbörslich zunächst um fast drei Prozent. Monsanto ist einer der weltgrößten Anbieter von Saatgut. Der Konzern steht wegen seiner gentechnisch veränderten Produkte immer wieder in der Kritik.

 

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  1. Syssiphus sagt:

    „vorerst“ und nach TTIP ?