Österreicher kaufen mehr Autos mit alternativen Antrieben

In den ersten zehn Monaten des Jahres sind die Neuzulassungen für Diesel-Fahrzeuge und Autos mit alternativen Antrieben gestiegen. Vor allem die Hybridautos haben sich größerer Beliebtheit erfreut. Allerdings kann Österreich in Sachen Öko-Autos noch einiges von der Türkei lernen.

Der österreichische Automarkt bereitet den Autoherstellern Kopfschmerzen. Im Oktober wurden nur knapp über 25.000 Autos neu zugelassen. Das ist ein Minus von 6,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Besonders unbeliebt waren Pkw mit Benzinantrieb. Hier gingen die Zulassungen mit 11,5 Prozent deutlich zurück. Die Neuzulassungen von Dieselfahrzeugen nahmen innerhalb eines Jahres um 4,7 Prozent ab. Die stärksten Rückgänge wurden dabei bei Hyundai, Ford und Audi verzeichnet. Fiat und Mercedes hingegen waren sehr beliebt. Angesichts der Expansion Daimlers im österreichischen Finanzmarkt könnte sich dieser Trend fortsetzen. Damit kann Daimler nämlich selbst Kredite an private und kommerzielle Kunden anbieten.

Doch nicht nur der Oktober hat enttäuschende Zahlen für den österreichischen Automarkt bereitet. Auch im Zeitraum zwischen Januar und Oktober waren die Neuzulassungen rückläufig und hier insbesondere wieder die der Benziner. Insgesamt wurden 262.342 Autos zugelassen – 0,7 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Überraschend waren diesbezüglich vor allem die Öko-Autos. Die Zahl der Neuzulassungen bei den Hybridfahrzeugen stieg in den ersten zehn Monaten des Jahres um 47,6 Prozent und die der Elektrofahrzeuge um 32,1 Prozent. Allerdings ist insgesamt der Anteil der Pkw mit alternativen Antrieben in Österreich mit 1,6 Prozent noch sehr gering. Das liegt aber auch an den vergleichsweise günstigen Treibstoffen. Die Preise für Benzin und Diesel in Österreich liegen deutlich unter dem EU-Schnitt. Tanktourismus ist Normalität. „Derzeit wird in etwa jeder dritte bis vierte an heimischen Tankstellen abgegebene Liter Sprit im Ausland verfahren“, so das Bundesumweltamt.

Während in Österreich und auch Deutschland die Zahl der Öko-Autos insgesamt noch sehr gering ist, setzt fast die Hälfte der türkischen Autofahrer auf alternative Antriebe. Eine Ursache für die etwas andere Orientierung der Türken könnte schlicht an der Zapfsäule zu finden sein. Im Mai 2014 wurde das Gesetz für eine Preisdeckelung an türkischen Tankstellen wieder außer Kraft gesetzt. Die hiesige Regulierungsbehörde für den Energiemarkt (EPDK) hatte sie erst am 21. März eingeführt. Die Türkei gehört zu den Ländern mit den höchsten Treibstoffpreisen. Die oppositionelle Republikanische Volkspartei (CHP) machte die aktuelle Regierung für die hohen Preise verantwortlich. Die Steuern, die die Partei für Gerechtigkeit und Aufschwung (AKP) auf Treibstoff in ihrer elfjährigen Amtszeit erhob, hätten eine Preissteigerung um 210 Prozent verursacht.

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