Österreich will Innovationshochburg werden

Österreichs Regierung das Land in Sachen Innovation und Forschung im EU-Vergleich an die Spitze bringen. Mit der so genannten Open Innovation Strategie soll das Land innerhalb von 15 Jahren sogar der weltbeste Standort für die Entwicklung von Innovationen werden.

In den vergangenen drei Jahren haben Innovationen weltweit immer mehr an Bedeutung gewonnen. Was früher bei großen Unternehmen als Forschungsarbeit bezeichnet wurde und nicht extra publik gemacht wurde, wird heutzutage im Internet auf Blogs und auch auf Medienseiten publiziert und diskutiert – egal, ob die Innovationen von Studenten, Start-ups oder auch großen Konzernen entwickelt wurden. Die Digitalisierung und Technisierung unserer Gesellschaft ist nicht aufzuhalten und so wird auch die wirtschaftliche Bedeutung in diesen Bereichen in den kommenden Jahren zunehmen. Auch Regierungen sehen diesen Trend und versuchen derzeit, diese Branchen stärker zu unterstützen.

In Österreich wurde eigens dafür die so genannte „Open Innovation Initiative“ vom Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft gestartet. „Ziel der Initiative ist die Erstellung und Umsetzung einer entsprechenden Strategie zur Stärkung der Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit Österreichs, die konkrete Maßnahmen aufzeigt und Österreichs Forschungs-, Technologie- und Innovations-System zu den wettbewerbsfähigsten in Europa macht“, sagte Staatssekretär Harald Mahrer.

Bürger, Unternehmen und Wissenschaft sollen auf der gleichlautenden Plattform www.openinnovation.gv.at in Dialog zu verschiedenen Ideen etc. treten können. „Mit Open Innovation bedienen wir uns der Schwarmintelligenz, um ein Mehr an Innovationen zu erreichen“, so Mahler. Noch bis Ende Dezember können Ideen und Anregungen zu den Themenfeldern „Anwendungsgebiete Open Innovation“, „Share Economy“, „Gründen in Österreich“, „Arbeitswelt der Zukunft“ und „Verwaltung im Wandel“ abgegeben werden. Die 100 besten Einträge werden dann in die Erarbeitung der Open-Innovation-Strategie eingebunden werden:

„Open Innovation ist die gezielte, systematische Öffnung von Innovationsprozessen in Organisationen, seien es Unternehmen (Profit und Non-Profit), Forschungseinrichtungen oder die öffentliche Hand. Verschiedene Open-Innovation-Techniken – wie zum Beispiel Crowdsourcing, die Etablierung von User-Communities und Innovationsnetzwerken – bringen neuartige innovative Lösungen, eine Verkürzung der Entwicklungszeiten und eine Reduktion der Entwicklungskosten mit sich.

Open Innovation eröffnet im Zeitalter der Digitalisierung neue Wege der Innovation und bringt radikal neue Ideen, indem unübliche Wissensgeber, zum Beispiel User und Experten aus anderen Unternehmen, Regionen oder sogar anderen Branchen frühzeitig in Innovationsprozesse eingebunden werden. Gezielte Suchprozesse online und offline als auch Selbstselektion (z. B. bei Crowdsourcing) führen neue Innovationspartner zusammen.“

Ein Blick auf die Innovationsstärke der EU-Länder zeigt Österreich derzeit noch im Mittelfeld hinter Schweden, Dänemark, Frankreich und Deutschland. Die neue Strategie soll das nun ändern. Österreich ist nicht das erste Land, das seine Innovationsstärke verbessern will. In den USA wurde die Plattform www.challenge.gov ins Leben gerufen, wo Bürger aktiv an Problemlösungen der Bundesämter mitwirken können. In Israel hat die Regierung mittlerweile die Visabestimmungen für Unternehmen gelockert, um mehr Technologie-Unternehmen und deren Gelder nach Israel zu locken. Sollte sich beispielsweise ein Visumsinhaber entschließen, eine Start-up-Firma in Israel zu gründen, wird ihm nun ein Expertenvisum für eine zusätzliche Zeitspanne ausgestellt.

Mahler zufolge geht es der österreichischen Regierung darum, „eine neue Kultur der Innovation zu schaffen und damit nicht nur gesellschaftliche Probleme zu lösen, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit des Innovationsstandortes und der Wirtschaft massiv zu erhöhen“. Denn am Ende des Tages gehe es um „die Jobs der Zukunft und den Wohlstand unseres Landes“.

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