Automatisierung wird jeden zweiten Schweizer Job beseitigen

Industrie 4.0 und die Flut der Innovationen haben den Schweizer Arbeitsmarkt bereits verändert. Immer mehr Prozesse werden automatisiert und junge Start-Ups versuchen, mit einzigartigen Ideen und Crowdfunding-Plattformen ihre Vision zu Geld zu machen. Doch die Automatisierung bringt auch Risiken mit sich. Eine aktuelle Studie geht davon aus, dass durch diese zahlreiche Arbeitsplätze wegfallen werden.

Die Automatisierung in der Arbeitswelt setzt sich fort. Industrie 4.0 wird die Automatisierung in den kommenden Jahrzehnten noch weiter vorantreiben. Allerdings wird dadurch die Kluft zwischen den schlechter ausgebildeten Schweizern und den Schweizern mit einer höheren Bildungslaufbahn größer. So verzeichneten Führungskräfte sowie akademische und technische Berufe in den vergangenen 25 Jahren die höchsten Zuwachsraten.

„Je qualifizierter ein Beschäftigter, desto unwahrscheinlicher ist eine Verdrängung durch eine Maschine“, heißt es in der Deloitte-Untersuchung „Mensch und Maschine: Roboter auf dem Vormarsch? Auswirkungen der Automatisierung auf den Schweizer Arbeitsmarkt“.

Entsprechend gegenteilig verlief die Entwicklung der Arbeitsplätze in den Bereichen von Hilfs- und Bürokräften. Die Automatisierung wird voraussichtlich jeden zweiten Schweizer Job überflüssig machen. Bei den Sekretariatskräften und Schalter- sowie Bankbediensteten wurden in den letzten 25 Jahren etwa 65.00 Stellen abgebaut. Ausgenommen sind Berufe wie Kinderbetreuer und Pflegekräfte. Hier konnte ebenfalls ein Wachstum festgestellt werden. Ebenso werden bestimmte Serviceleistungen aus dem Wellnessbereich zunächst nicht von der Automatisierung betroffen sein.

Der Trend hin zu mehr Wellness und Entspannung wird angesichts des zunehmenden Drucks der Arbeit in den kommenden Jahren wachsen. Und das, was die Konsumenten möglicherweise sparen, weil die Produktionskosten für Haushalts- oder Unterhaltungsgeräte durch die Digitalisierung und somit auch die Verkaufspreise günstiger wurden, könnten sie dann in Wellness-Produkte bzw. Dienstleistungen stecken, so Deloitte.

Die aktuelle Studie zeigt jedoch auch, dass dieser Prozess sich in den kommenden Jahren fortsetzen wird. Demnach würden in den kommenden Jahren und Jahrzehnten fast 50 Prozent der Beschäftigten durch die Automatisierung ersetzt werden. Außerdem sei zu erwarten, dass zukünftig vermehrt im Dienstleistungssektor und im Administrationsbereich des Industriesektors eine Automatisierung auftreten werde.

Allerdings, so die Studie, würden durch diese Entwicklung auch neue ganz andere Stellen geschaffen. Denn trotz des Wegfalls vieler Jobs in den vergangenen Jahren sollen insgesamt mehr Stellen geschaffen worden sein als verdrängt wurden. Eine Konzentration auf mehr Service und Kundenzufriedenheit werde zukünftig zu neuen Arbeitsstellen führen. Zudem ist anzunehmen, dass das technische Allgemeinwissen mit der Automatisierung wächst, so das neue technikaffine Stellen dann auch von Bürgern ohne Hochschulausbildung ausgeführt werden können.

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