G-20-Staaten bekennen sich vor Klimakonferenz zu zwei-Grad-Ziel

Kurz vor der Klimakonferenz haben sich die G20-Staaten darauf geeinigt, doch das Zwei-Grad-Ziel einhalten zu wollen. Bisher sind die nationalen Zielsetzungen nicht ausreichend gewesen, um dieses Ziel zu erreichen. Sollte es tatsächlich dazu kommen, müssen viele Staaten erneut ihre Zielvorgaben überarbeiten. Zudem teilte Angela Merkel mit, dass die Klimakonferenz 2017 in Deutschland stattfinden werde.

Zwei Wochen vor Beginn des Weltklimagipfels in Paris wollen sich die 20 führenden Industrie- und Schwellenländer zu dem Ziel bekennen, den Anstieg der Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen. Das geht aus einem Entwurf der Abschlusserklärung beim G-20-Gipfel im türkischen Antalya hervor, der AFP am Montagmorgen vorlag. Vorausgegangen waren nach Angaben aus den Delegationen harte nächtliche Verhandlungen.

Dem Entwurf zufolge sprechen sich die G-20 dafür aus, in Paris ein „Protokoll oder eine andere rechtlich bindende Vereinbarung“ zu beschließen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am Sonntagabend davon gesprochen, dass es in Antalya bei der Arbeitssitzung zum Thema Klimaschutz „hoffnungsvoll stimmende Beiträge“ der G-20-Staaten gegeben habe, aber „noch Arbeit“ nötig sei, um zu einem starken Signal in der Abschlusserklärung zu kommen. Die G-20-Staaten stehen für 80 Prozent der weltweiten Treibhausgas-Emissionen.

Deutschland wird im Bundestagswahljahr 2017 den Gipfel der Staats- und Regierungschefs von 20 wichtigen Industrie- und Schwellenländern ausrichten. Die Bundesrepublik übernehme nach China die G20-Präsidentschaft, teilte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Montag beim G20-Treffen im türkischen Belek bei Antalya mit. Ort und Zeit der Veranstaltung in Deutschland stünden noch nicht fest, sagte Merkel. China übernimmt am 1. Dezember dieses Jahres für ein Jahr die G20-Präsidentschaft von der Türkei. Im kommenden Jahr findet der G20-Gipfel dann in der ostchinesischen Stadt Hangzhou statt.

In Paris beginnt in zwei Wochen der UN-Klimagipfel. Vereinbart werden soll dort ein neues weltweites Abkommen zur Reduzierung der Treibhausgase. In Antalya wurde unterdessen der G-20-Gipfel fortgesetzt. Die Staats- und Regierungschefs wollten sich am Montag vor allem mit der Regulierung im Finanzsektor und dem Kampf gegen Steuervermeidung beschäftigen. Der Gipfel soll am Mittag mit der Veröffentlichung der Abschlusserklärung zu Ende gehen.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) stufte die bisherige Klimapolitik in einer aktuellen Studie derweil als unzureichend ein. Der Ausstoß klimaschädlicher Emissionen müsse deutlich rascher sinken, heißt es in dem in Paris und Bonn vorgestellten Bericht. OECD-Klimaexpertin Mikaela Rambali analysierte für die Studie die Umsetzung der Klimapolitik in den 34 OECD-Staaten sowie von zehn Partnerländern der Organisation, darunter China, Russland, Brasilien und Indien sowie die Europäische Union als Ganzes. Laut Rambali müssten die Emissionen von Treibhausgasen auf Basis des Jahres 2010 bis 2050 um 40 bis 70 Prozent reduziert werden, um das Klimaziel einer Erderwärmung um weniger als zwei Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit zu erreichen.

Kommentare

Dieser Artikel hat 3 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. Matthias Honegger sagt:

    Was ist die Quelle der Aussage: „Zudem teilte Angela Merkel mit, dass die Klimakonferenz 2017 in Deutschland stattfinden werde.“?

    Ich arbeite im Kontext der Klimaverhandlungen und finde keine Hinweise auf eine solche Ankündigung (auch in ihrem Artikel nicht!).

  2. Norbert sagt:

    Frau Dr. Merkel müßte wissen, daß CO2 ein wichtiges Klimagas zur ABKÜHLUNG der Erde ist. CO2 ist ausserdem wichtig für die Photosynthese. Der Argumentationsfehler liegt auch nicht in CO2 sondern im Kohlenmonoxid. Die „Klimaerwärmung“ wurde schon faktisch widerlegt – und subjektiv waren 2014 UND 2015 die KÄLTESTEN Jahre seit ich mich erinnern kann.. früher schmolz der Asphalt unter den Schuhen.
    Rudi Carrel sang „..wann wirds mal wieder richtig Sommer“ — nie mehr