Gegen Starbucks und Co: Britisches Dorf begeht aus Protest Steuerflucht

Aus Protest gegen die ungerechte Steuerpraxis haben Einzelhändler in einem kleiner Ort in Wales gemeinsam eine Holding auf den Isle of Men gegründet. Der Trick wird etwa von Starbucks und Facebook genutzt, um ganz legal Steuern zu umgehen. „Entweder zahlen alle Steuern oder keiner von uns“, so der Slogan der Einzelhändler, die eine Bürger-Bewegung gegen Steuerschlupflöcher lostreten wollen.

Die Einzelhändler in einem walisischen Dorf namens Crickhowell haben sich zusammengetan, um die Steuertricks der Großkonzerne wie Starbucks, Google oder Facebook zu imitieren. „Bisher waren diese komplizierten Offshore-Steuer-Tricks nur für Großkonzerne verfügbar, die die Kosten für die Anwälte bezahlen können. Aber wir haben die Köpfe zusammensteckt und einen Weg gefunden, die großen Steuerverweigerer nachzuahmen“, so ein Café-Besitzer aus dem Ort. Konkret haben die Einzelhändler dazu eine Holding auf der Steueroase Isle of Man gegründet.

Dabei gehe die Aktion explizit nicht allgemein gegen Steuern – im Gegenteil: Es gehe darum, durch die Aktion eine faire Grundlage zu schaffen, in der nicht nur die kleinen Geschäfte, sondern auch die großen Konzerne Steuern zahlen müssen. Keiner sollte die Möglichkeit bekommen, legale Steuerschlupflöcher auszunutzen. „Entweder zahlen alle Steuern oder keiner von uns“, so der Slogan der Bewegung, die in dem Ort gestartet wurde.

Eine Unterstützerin aus einer lokalen Lachs-Räucherei erklärte dem Independent, die Idee eines Steuerflucht-Systems für alle sei zwar zugegebenermaßen „kontrovers“, aber das Prinzip dahinter sei, die Regierung unter Druck zu setzen, um das System zu ändern. „Ich glaube nicht, dass der Durchschnittsbürger auf der Straße genau versteht, wie diese multinationalen Konzerne Steuern umgehen, und dies ist ein richtig guter Weg um ein Bewusstsein dafür zu schaffen, was hier vor sich geht. Als überzeugte Steuerzahler wollen wir einfach nur sehen, dass die großen Konzerne ihre Steuern auch zahlen“, so Natasha Cox.

Inspiriert hat die Aktion der britische Fernsehsender BBC, der offenbar auch Teile der Anwaltskosten übernahm und das Steuer-Experiment in einer TV-Serie dokumentiert. Ob der Staatssender dafür Steuergelder verwendet hat, ist nicht bekannt. Die Idee findet bereits interessierte Nachahmer: Die Städte-Vereinigung Totally Locally für lokalen Konsum unterstützt das Projekt und die hundert darin organisierten Mitglieds-Orte wollen das Modell so bald als möglich übernehmen.

Kommentare

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  1. Matthias sagt:

    Wie geht das genau? Machen wir auch.

  2. Janko Girke sagt:

    Super, richtig so und unbedingt weitermachen und nachahmen!!!!