Industrie 4.0 macht Industrie angreifbar

Am Thema Industrie 4.0 geht derzeit nichts mehr vorbei. Wie in anderen Ländern versucht auch die deutsche Industrie, hier den Anschluss nicht zu verpassen. Die Vernetzung von Maschinen, Produktionsprozessen und Menschen scheint unausweichlich. Doch sie sollte nicht ohne die angemessene Vorsicht eingesetzt und gefördert werden. Denn die zunehmende Vernetzung birgt auch Gefahren.

Am Thema Industrie 4.0 geht derzeit nichts mehr vorbei. Wie in anderen Ländern versucht auch die deutsche Industrie, hier den Anschluss nicht zu verpassen. Die Vernetzung von Maschinen, Produktionsprozessen und Menschen scheint unausweichlich. Doch sie sollte nicht ohne die angemessene Vorsicht eingesetzt und gefördert werden. Denn die zunehmende Vernetzung birgt auch Gefahren.

Geheimdienste, das Internet-Kollektiv Anonymous, Hacker – sie sind in aller Munde, wenn es um die Datenkrake Internet geht. Cyberattacken gehören zu den neuen Kriegen dieser Welt, aber sie sind nicht nur auf großer politischer Ebene zu finden. Cyber-Attacken zielen auch auf Unternehmen, auf die Industrie. Schon jetzt verzeichnen 90 Prozent aller Unternehmen Cyberangriffe, so der Cyber Security Report 2015. Doch nur 60 Prozent fühlen sich gegen derartige Angriffe gewappnet.

Diese Problematik wird sich mit der Entwicklung der Industrie 4.0 nicht verringern, sondern eher noch vergrößern. Die absolute Mehrheit der Führungskräfte ist dem Cyber Security Report zufolge davon überzeugt, dass Industrie 4.0 das Risiko von Cyber-Angriffen noch erhöhen werde. Die Vernetzung in den Unternehmen und der Gesellschaft allgemein bietet für solche Attacken ideale Angriffspunkte.

Vor allem die Unternehmen selbst müssen sich mit dieser Thematik viel intensiver auseinandersetzen, als sie es bisher getan haben. Wie der Bericht zeigt, hat sich bis jetzt nicht einmal ein Viertel der Entscheider intensiver mit Industrie 4.0 auseinandergesetzt. Und in der Industrie verfügen nur etwa 45 Prozent der Unternehmen über Sicherheitslösungen für den Datenaustausch zwischen Produktionssteuerung und Produktion. Und das, obwohl 36 Prozent der deutschen Firmen mehrmals wöchentlich von Cyberkriminellen angegriffen werden.

„Wir müssen davon ausgehen, dass es zudem eine hohe Dunkelziffer unerkannter Angriffe gibt“, fügte Bronder hinzu. „Durchschnittlich dauert es mehr als 220 Tage, bis ein Angriff überhaupt bemerkt wird“, sagt Anette Bronder von T-Systems. Und nur zwölf Prozent sehen ein sehr großes Risiko darin, dass ein Hackerangriff sie gravierend schädigen könnte.

Wenn die deutsche Industrie zukünftig wettbewerbsfähig bleiben möchte, müssen mehr Investitionen in diesem Bereich getätigt werden. Neben dem Ausbau beim Thema Industrie 4.0 sollten dabei auch höhere Ausgaben für ein entsprechend wirksames Sicherheitsnetz eine Rolle spielen. Die neue Vernetzung macht Unternehmen angreifbar – ganz gleich, ob es dabei um unternehmerische oder politische Hintergründe bei den Cyberattacken geht.

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  1. Rudolf Steinmetz sagt:

    NICHT beherrschbarer Vernetzungs-Wahn!