Das Ende von Schengen: Frankreich will Pass-Kontrollen in ganz Europa

Frankreich fordert die Wiedereinführung von Pass-Kontrollen im gesamten Schengen-Raum. Nur so könne sichergestellt werden, dass Syrien-Rückkehrer erfasst werden.

Frankreich drängt seine europäischen Partner nach den Anschlägen von Paris zu verschärften Passkontrollen bei der Ein- und Ausreise im Schengen-Raum. So solle eine unbemerkte Rückkehr von europäischen Islamisten aus Syrien erschwert werden, heißt es in einem Vorschlag, den Frankreich bei einem Krisentreffen der EU-Innenminister am Freitag vorlegen will. Die Nachrichtenagentur Reuters konnte diesen am Donnerstag einsehen. Die Verabschiedung „effektiver, sicherer und dringender Maßnahmen zur besseren Kontrolle unserer externen Grenzen“, sei wichtig, wird in dem Dokument gefordert. Außerdem wird auf die rasche Genehmigung einer EU-Datenbank mit Informationen über Flugreisende und schärfere Waffenkontrollen in Europa gedrängt.

Indes gehen die Razzien weiter. Die Polizei hat im Großraum Brüssel wieder mehrere Häuser durchsucht. Nach Informationen der belgischen Nachrichtenagentur Belga gab es seit dem frühen Donnerstagmorgen sieben Durchsuchungen, die sich vor allem gegen Freunde und Familienangehörige des Selbstmordattentäters Bilal Hadfi richteten. Eine Person wurde dabei festgenommen. Die Einsätze waren am Mittag beendet.

Die Aktionen standen nach Angaben der Staatsanwaltschaft nicht direkt mit den jüngsten Anschlägen in Paris in Zusammenhang. Die Untersuchung habe bereits Anfang 2015 begonnen, als Hadfi nach Syrien ausgereist war. Der 20-Jährige war einer der Selbstmordattentäter von Paris. Er war französischer Staatsangehöriger, der in Belgien lebte, und sich in Syrien wohl dem IS angeschlossen hatte.

Die Durchsuchungen fanden unter anderem in den Bezirken Molenbeek, Jette sowie Laeken statt. Bereits Anfang der Woche hatte die Polizei im Brüsseler Stadtteil Molenbeek, der als Islamistenhochburg gilt, nach Terrorverdächtigen gefahndet und Häuser durchsucht. Spezialeinsatzkräfte waren auf der Suche nach Salah Abdeslam, dem Bruder eines weiteren Selbstmordattentäters von Paris, nach dem weiter gefahndet wird.

Der belgische Premierminister Charles Michel kündigte unterdessen im Parlament an, dass aus dem Budget 2016 zusätzlich 400 Millionen Euro für die Sicherheit und den Kampf gegen den Terrorismus bereit gestellt werden.

Kommentare

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  1. Jupp Hiersenkoetter sagt:

    VERTRAUEN ist GUT- KOTROLLE ist Bsser, wie bei der Geschwindigkeitskontrolle !!

    Da man eh gezwungen ist, sich auszuweisen, kann man ja auch dieser Tage mit modernen Ausweispapieren, oderdentlich an den inner-EUDSSR-Grenzen kontollieren !

    wo ist das Problem?

    Dickkoepfiges Verhalten ist das Problem, man will einfach an einer Schnaps-Idee, festhalten, die das beschauliche Schengen nun mal seinerzeit ausgeloest hat!