Österreichs Onlinehandel wächst schneller als Deutschlands

Im vergangenen Jahr haben die Top-250-Onlineshops aus Österreich ein zweistelliges Wachstum vorweisen können. Damit fiel das Wachstum einer Studie zufolge deutlich größer aus als in Deutschland. Der Markt sei hoch dynamisch.

Angesichts der steigenden Zahl von Smartphone-Nutzern und der zunehmenden Digitalisierung konnte der österreichische Onlinehandel 2014 erneut rasant zulegen. Die österreichischen Top-250-Onlineshops mit physischen Waren im Internet haben im vergangenen Jahr einen Umsatz von 2,1 Milliarden Euro erreicht. Das entspricht immerhin einem zweistelligen Wachstum von 11,6 Prozent, so der Handelsverband.

Mit 46,3 Prozent machen die Top 10 in Österreich schon fast die Hälfte des Umsatzes der Top 250 aus. Und das, „sicherlich auch getrieben durch den größten Player Amazon“, so der Handelsverband. „Die in Österreich tätigen Top-250-Onlinehändler erzielen in der DACH-Region die höchsten Umsatzzugewinne“, sagte Rainer Will vom österreichischen Handelsverband. „In einem von großen internationalen Playern dominierten Feld versuchen sich die heimischen Händler durch sinnvolle Omni-Channel-Strategien zu behaupten.“ Neben Mobile-Lösungen und Online-Marktplätzen als Vertriebskanäle bieten nach wie vor 50 Prozent der in Österreich tätigen Onlinehändler stationäre Präsenzen als alternativen Touchpoint an.

Wirkliche Spezialisten befinden sich jedoch nicht unter den Top-150-Onlineshops aus Österreich. Die erfolgreichsten Onlineshops sind Generalisten, die in Österreich mit 46,6 Prozent fast die Hälfte des Umsatzes generieren, in der Schweiz sind diese für ein Drittel des Umsatzes verantwortlich. Allerdings unterscheiden sich die Spitzenreiter der beiden Länder. Mit 477,1 Millionen Euro landet Amazon.at noch weit vor dem zweiten Rang mit Universal.at (112,4 Mio. Euro) und Zalando (95 Mio. Euro). In der Schweiz hingegen generierte Digitech.ch mit 424,2 Millionen Euro den meisten Umsatz unter den Onlinehändlern, gefolgt von Amazon.de (288,5 Mio. Euro) und Nespresso.com/ch (287,9 Mio. Euro).

„Der Markt in beiden Ländern ist hoch dynamisch“, so der Handelsverband. Jeweils 44 neue Onlineshops konnten sich im Ranking platzieren, wobei die vordersten Ränge fest belegt sind. Besonders stark wird derzeit auf den Ausbau der Shops für mobile Endgeräte gesetzt. Aber auch auf Angebote wie Click & Collect, wo Konsumenten online Dinge bestellen und sie später im stationären Handel abholen können. Bereits jeweils rund ein Viertel bietet diesen Service an, was für Österreich eine Verdopplung und für die Schweiz eine dreifache Erhöhung bedeutet. „Die größte Verbreitung haben aber nach wie vor die Österreichische Post (42,0 Prozent) und die Schweizerische Post (63,6 Prozent).“

Mit den zweistelligen Wachstumszahlen schlägt der österreichische Onlinehandel sogar den deutschen Onlinehandel, der „nur“ ein Wachstum von 9 Prozent im vergangenen Jahr aufwies. Allerdings ist der Onlinehandel in Deutschland schon generell sehr groß, so dass das Wachstum sich nun etwas langsamer vollzieht als in Österreich. Es ist jedoch davon auszugehen, dass sowohl in Österreich als auch in Deutschland der Onlinehandel sowie die Internetwirtschaft generell in den kommenden Jahren weiter stark wachsen werden.

Der eco-Verband der Internetwirtschaft geht sogar davon aus, dass die deutsche Internetwirtschaft bis 2028 die Automobilindustrie überholen werde. „Für das Jahr 2019 gehen wir hier von einem Gesamtvolumen von über 70 Mrd. Euro aus, was mehr als 60 Prozent des Gesamtumsatzes der deutschen Internetwirtschaft entspricht.“

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