Österreich verliert den Steuerwettbewerb

Mehr als jeden zweiten verdienten Euro müssen Österreichs Unternehmen an den Staat abgeben. Damit und mit der Zeit, die ein Unternehmen für die steuerliche Buchführung aufwenden muss, ist Österreich im internationalen Steuerwettbewerb abgerutscht.

Wie sehr die nationale Steuerpolitik Österreichs die Unternehmen des Landes belastet, zeigt ein internationaler Vergleich der Weltbank und der Unternehmensberatung Pricewaterhouse Coopers: Österreich gehört zu den unattraktivsten Prozent der Welt, wenn es um Steuern geht. Unternehmen müssen mit einem Steuersatz von 51,7 Prozent mehr als jeden zweiten verdienten Euro an den Fiskus abgeben. In Ländern wie Kroatien, Großbritannien und der Schweiz ist der Steuersatz mit weniger als 35 Prozent deutlich geringer. Der EU-Schnitt liegt bei 40,6 Prozent.

Im internationalen Ranking der „Paying Taxes 2016“ ist Österreich von Rang 72 auf Rang 74 von 189 abgerutscht. Neben der hohen finanziellen Belastung spielt aber auch der zeitliche Aufwand für die Steuer und die Komplexität der Regelungen eine entscheidende Rolle. So hat die Komplexität der Steuergesetze weiter an Komplexität zugenommen, so die Analyse.

Der zeitliche Aufwand für die Steuererklärung liegt mit 166 Stunden deutlich unter den 218 Stunden, die Unternehmen in Deutschland einrechnen müssen. Der Vergleich mit der Schweiz und Norwegen zeigt aber, dass es auch schneller möglich sein könnte. In der Schweiz müssen Unternehmen 63 Stunden für die Steuererklärung aufwenden, in Norwegen sind es 83 Stunden.

Weltweit ist die steuerliche Belastung für den Mittelstand in den vergangenen zehn Jahren deutlich zurückgegangen: von 52,2 auf 40,8 Prozent. „Es ist ermutigend zu sehen, dass sich das fiskalische Umfeld in immer mehr Volkswirtschaften substanziell verbessert – damit sinken die Lasten für die Unternehmen, während die Regierungen zugleich auf nachhaltige Einnahmen vertrauen können“, so Weltbank-Direktor Augusto Lopez-Claros.

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