Handwerk öffnet sich für Private Equity

Die steigende Zahl ungeregelter Nachfolge in mittelständischen Unternehmen hat zu einem Umdenken in Finanzierungsfragen geführt. Um die Zukunft des Unternehmens zu sichern, schließt das Handwerk mittlerweile auch Private Equity nicht mehr aus.

Der deutsche Mittelstand steht vor einer großen Herausforderung. Immer weniger Betriebe finden eine Nachfolge im eigenen Familienbetrieb. In den kommenden zehn Jahren muss sich der deutsche Mittelstand nicht nur vermehrt mit der Digitalisierung auseinandersetzen, sondern auch mit der Frage nach dem richtigen Nachfolger. In Deutschland betrifft Letzteres rund 46.000 Mittelständler mit insgesamt 1,49 Millionen Angestellten wie eine aktuelle Studie von Ernst & Young (EY) zeigt. Demnach müssen etwa 28 Prozent der Familienbetriebe  in den nächsten zehn Jahren noch einen Nachfolger bestimmen. 13 Prozent der Unternehmen haben sogar nur mehr fünf Jahre Zeit dafür.

Bei den Handwerker ist das Problem der Nachfolge so akut, dass bereits 60 Prozent der Unternehmensnachfolge heute außerhalb der Familie geregelt wird. Neben dem Verkauf an einen strategischen Investor oder einer Fortführung des Unternehmens durch das eigene Management kommt mittlerweile auch ein Private Equity Investor bei etlichen Betrieben infrage.  „Für eine Übernahme beziehungsweise Mehrheitsbeteiligung durch einen PE Investor kommen Unternehmen in Betracht, die über eine gute Ausgangslage verfügen – etwa hinsichtlich ihrer Produkte oder ihrer Wettbewerbssituation“, ist Ende Oktober in der Handwerkszeitung, dem offiziellen Sprachrohr des Handwerks zu lesen.

Ein Private Equity Investor biete zugleich die Sicherung der Nachfolge sowie zusätzliche Finanzen, um den Umsatz und die Marktrelevanz des entsprechenden Unternehmen zu stärken. Allerdings lohnt sich Private Equity normaler Weise erst ab einem Umsatz von 20 bis 30 Millionen Euro. Nur so ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Erwartung des Investors mittel- und langfristig erreichbar ist, ausreichend.

Gerade für Handwerksunternehmen, so die Handwerkzeitung, sei ein Private Equity Investor gut geeignet. Denn diese sprechen sich meist für eine Minderheitsbeteiligung der Unternehmer aus. So kann der Unternehmer beispielsweise als Vorstandsmitglied etc. immer noch in Entscheidungsprozessen mitwirken und vom Erfolg des Unternehmens profitieren.

„Beteiligungsgesellschaften sind im Gegensatz zu Banken offener für Innovationen, auch wenn sie Risiko mit sich bringen“, sagte Peter Güllmann, Vorstandssprecher des Bundesverbandes Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften anlässlich des 16. Eigenkapitaltages des BKV. „Nach einer eingehenden Prüfung der wirtschaftlichen Lage eines Unternehmens und Bewertung der angestrebten Ziele setzt sich eine Beteiligungsgesellschaft mit Kapital und Know-how mit dafür ein, dass das Unternehmen sich erfolgreich weiterentwickelt.“ Da hätten Beteiligungsgesellschaften den Banken einiges voraus.

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  1. Kulleraugen sagt:

    tja leider sind die Meisten Nachfolger nur auf Party s eingestellt null Verantwortung null Bock das sieht nach einem Toten Land der Wirtschaft aus, andererseits wird das weiter Führen und eine Gründung eines Unternehmens emens erschwert warscheinlich Absichtlich so gestalltet.