Konsum hält Wirtschaft auf Wachstumskurs

Deutschlands moderater Aufschwung setzt sich dank kauflustiger Verbraucher fort. Das Bruttoinlandsprodukt stieg im dritten Quartal 2015 im Vergleich zum Vorquartal um 0,3 Prozent. Damit hat die Konjunktur etwas an Fahrt verloren, obwohl die privaten Haushalte und der Staat mehr konsumierten.

Die deutsche Wirtschaft hat im Sommer wegen der schwächeren Weltkonjunktur an Fahrt verloren. Die gute Kauflaune der Verbraucher sorgte allerdings dafür, dass das Bruttoinlandsprodukt zwischen Juli und September unterm Strich um 0,3 Prozent zulegte und damit das fünfte Quartal in Folge, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte und so eine Schätzung von Mitte November bestätigte. Im Frühjahr hatte es noch 0,4 Prozent Wachstum zum Vorquartal gegeben.

Diesmal bremste jedoch der Außenhandel, da die Exporte mit 0,2 Prozent weniger stark stiegen als die Importe mit 1,1 Prozent. Zudem hielten sich die Unternehmen mit ihren Ausgaben in Maschinen und Anlagen zurück: Diese sogenannten Ausrüstungsinvestitionen sanken um 0,8 Prozent. Für Schwung sorgte derweil der private Konsum mit einem Plus von 0,6 Prozent. Auch der Staatskonsum legte mit 1,3 Prozent spürbar zu. Es war das größte Wachstum seit dem Rezessionsjahr 2009, als der Staat seine Konjunkturpakete schnürte. Im Sommer dürften die Ausgaben rund um die Flüchtlingskrise eine Rolle gespielt haben.

Die Bundesregierung rechnet in diesem Jahr mit einem Wachstum von 1,7 Prozent, das sich 2016 auf 1,8 Prozent beschleunigen dürfte. 2014 hatte Europas größte Volkswirtschaft um 1,6 Prozent zugelegt. „Die schlimmsten Alpträume haben sich nicht bewahrheitet. Die Verbraucher retten die Konjunktur und machen die Schwäche der Industrie in den Sommermonaten wett“, sagte Carsten Brzeski von der ING. Um die aktuellen und künftigen Herausforderungen zu bestehen, benötige die Wirtschaft aber einen nachhaltigen Investitionsschub. Nur auf die aktuelle Stärke des Konsums zu setzen, wäre eine gefährliche Strategie.

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