Argentiniens neuer Präsident bildet Manager-Regierung

Argentiniens neugewählter Präsident Mauricio Macri hat zahlreiche Manager in sein Kabinett berufen. Der liberale Politiker ernannte nicht nur in den Ressorts mit Wirtschaftsbezug Kandidaten mit langjähriger Erfahrung im Privatsektor, sondern auch im Außen- und Innenministerium.

Der neue Präsident in Argentinien, Mauricio Macri, holt zahlreiche Wirtschaftsvertreter in die Regierung. Der liberale Politiker ernannte nicht nur in den Ressorts mit Wirtschaftsbezug Kandidaten mit langjähriger Erfahrung im Privatsektor, sondern auch im Außen- und Innenministerium, wie aus der am Mittwoch vorgelegten Kabinettsliste hervorgeht. Der frühere Zentralbankchef und JP-Morgan -Banker Alfonso Prat-Gay werde Finanzminister des schuldengeplagten Landes, teilte der künftige Kabinettschef am Mittwoch mit.

Der ehemalige Shell -Manager Juan Jose Aranguren werde Energieminister und der Banker Federico Sturzenegger Zentralbank-Vorsitzender. Der einstige Deutsche-Bank-Manager Nicolas Caputo, ein Jugendfreund des Präsidenten, wurde für das Finanzministerium ausgewählt. Statt eines Wirtschaftsministers soll es einen Koordinator der Wirtschaftsressorts geben. Dieser Posten soll an Gustavo Lopetegui gehen, einen früheren Vorsitzenden der chilenischen Fluglinie LAN in Argentinien.

Die künftige Außenministerin Susana Malcorra hat ihrerseits 25 Jahre bei IBM und Telecom Argentina gearbeitet, während das Innenministerium an den Ökonomen Rogelio Frigerio gehen soll. Mauricio Macri ist selbst Ingenieur und hatte zunächst lange für die von seinem Vater gegründete Groupe Macri gearbeitet. Später übernahm er die Leitung des Fußballclubs Boca Juniors und wurde Bürgermeister der Hauptstadt Buenos Aires. Am Sonntag setzte sich der 56-Jährige in der Stichwahl knapp gegen den Kandidaten der regierenden Peronisten, Daniel Scioli, durch.

Der konservative Macri, bisher Bürgermeister von Buenos Aires, will die Wirtschaft wieder in Schwung bringen. Denn das südamerikanische Land kämpft mit einem hohen Defizit, galoppierender Inflation und den Nachwehen der 13 Jahre zurückliegenden Staatspleite. Argentinien ist noch immer weitgehend von den internationalen Kapitalmärkten abgeschnitten. Macri will unter anderem die Unabhängigkeit der Notenbank stärken, die Steuern unternehmensfreundlicher gestalten, die Kapitalverkehrskontrollen mindern und die abgeschottete Wirtschaft wieder öffnen.

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