EU: Deutsche müssen mehr Lammfleisch essen

Die Europäische Kommission fördert in den kommenden Jahren ein Projekt zur Steigerung des Verkaufs von Lammfleisch. Mit entsprechender Werbung sollen junge Deutsche und Franzosen zum Lamm-Konsum gebracht werden. Gleichzeitig gibt die EU aber Geld für ein Projekt aus, das den Europäern Gemüse wieder schmackhafter machen soll.

Über verschiedenen Fonds fließen jedes Jahr massenhaft EU-Gelder in die Subvention von Landwirtschaft – immerhin der größte Posten im EU-Budget. Das ist jedoch nicht genug: Vergangenes Jahr hat die Europäische Union 27 Programme ausgewählt, die gezielt gefördert werden sollen. Diese sollen den Absatz landwirtschaftlicher Produkte in der Europäischen Union und auch in Drittländern erhöhen.

Das Förderprogramm läuft über drei Jahre. Insgesamt 39 Millionen Euro zahlt die EU dafür. Neben Blumen, Obst und Gemüse soll mittels der Projekte auch der Konsum von Milch und Schafsfleisch angekurbelt werden. Er hoffe, die Förderprogramme werden „den Verbrauch und den Umsatz in dieser schwierigen Zeit steigern“, sagte EU-Agrarkommissar Dacian Cioloş.

Das Programm zur Förderung des Absatzes von Lamm ist ein so genanntes Multi-Programm. Drei Unternehmen – aus Irland, Frankreich und Großbritannien haben sich hierfür zusammengetan. Sie erhalten über 3,25 Millionen Euro von der EU, um Deutsche, Belgier, Dänen, Franzosen, Iren und Briten vom europäischen Lamm zu überzeugen. Die Zielgruppe liegt bei 25 bis 45-Jährigen, so EBLEX, eines der beteiligten Unternehmen. Der größte Konkurrent für Lammfleisch in der EU ist derzeit Lamm aus Neuseeland.

Ein zweites Multi-Programm, an dem sich Unternehmen mehrere Länder beteiligen, engagiert sich für den Absatz von Milch. Mit 2,5 Millionen Euro unterstützt die EU das Projekt, das sich auf die Verbraucher in Dänemark, Frankreich, Irland und Großbritannien konzentriert. Die Kuhmilch kämpft seit geraumer Zeit mit einem schlechten Image. Milch gilt als ungesunder Dickmacher und erst kürzlich stellte eine Studie im British Medical Journal einem Zusammenhang zwischen erhöhten Milchverzehr und einem erhöhten Sterberisiko her.

Erik Gerritsen vom WWF sieht diese neue EU-subventionierung skeptisch. „Wenn die Nachfrage nicht da ist, dann ist die Nachfrage nicht da“, zitiert der EUObserver den WWF-Mitarbeiter. Werden Produkte gewünscht, dann stimmt der Verkauf und es bedürfe keiner Förderung. Gerritsen selbst arbeitet beim WWF-Projekt Livewell for Life. Ein Projekt, das selbst teilweise von der EU gefördert wird. „Wir versuchen die Menschen dazu zu bringen mehr Gemüse zu essen“, so Gerritsen. „Ich glaube nicht, dass wir die Werbung für Fleisch auf EU-Ebene bezuschussen sollten.“

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