Fußball-Profi entwickelt Alternative zu Erdöl

Der FC Arsenal-Profi Mathieu Flamini hat ein Biochemie-Unternehmen gegründet, das einen Erdöl-Ersatz aus Getreideresten herstellt. Die Firma hat der Fußballer bereits 2008 in Italien gegründet, allerdings sein Investment bislang geheim gehalten. „Ich habe mich schon immer für Klimawandel, Umweltschutz und solche...

Der FC Arsenal-Profi Mathieu Flamini hat ein Biochemie-Unternehmen gegründet, das einen Erdöl-Ersatz aus Getreideresten herstellt. Die Firma hat der Fußballer bereits 2008 in Italien gegründet, allerdings sein Investment bislang geheim gehalten. „Ich habe mich schon immer für Klimawandel, Umweltschutz und solche Dinge interessiert“, zitiert die britische Sun den Spieler. Dabei stieß er eines Tages auf Berichte über die Substanz Lävulinsäure und investierte zusammen mit der Universität in Mailand in die Forschung.

Lävulinsäure ist eine Chemikalie, aus der ähnlich viele Produkte gemacht werden können wie aus Erdöl, so etwa Kunstoffe und Kraftstoffe. Sein eigens dazu gegründetes Unternehmen GFBiochemicals beschäftigt bereits 80 Mitarbeiter und hat offenbar einen Weg gefunden, den Stoff  i n großen Mengen herzustellen. Dieses technische Verfahren hat Flamini patentieren lassen und könnte damit noch reicher werden: Sollte sich das Verfahren durchsetzen, schätzen Experten den Absatzmarkt auf mehr als 20 Milliarden Euro.

Allerdings sind viele Umwelt-Forscher  skeptisch, ob der Stoff wirklich umweltfreundlicher ist: Gewinnt man die Säure aus Nahrungsmitteln, so ist die Umweltbilanz ähnlich problematisch wie etwa beim heutigen  Biodiesel, für den große Mengen Raps oder Mais „verbrannt“ werden, statt als Futter oder Nahrung zu dienen.

Tatsächlich gibt Flamini an, die Säure in seinem Unternehmen werde aus Mais- und Weizenresten gewonnen – wenn auch nur aus der Schale und nicht aus der Frucht selbst. Das Stroh falle bei der Mais-Ernte als Abfall an. Eine im Fachmagazin Nature veröffentlichte US-Studie jedoch belegt, dass die CO2-Bilanz solcher Agro-Kraftstoffe aus Maisresten dennoch schlechter ist als die von Erdöl: Verglichen mit herkömmlichem Benzin sorgen Maiskraftstoffe demnach in den ersten Jahren für sieben Prozent mehr Treibhausgase. Mais ist nach Weizen das meist gehandelte Getreide der Welt, es ist in vielen Ländern Grundnahrungsmittel, wird jedoch auch immer mehr als Futtermittel und Energiepflanze angebaut. Steigende Maispreise am Weltmarkt gehen dabei zu Lasten der ärmsten Länder, soKritiker.

Dabei  gibt es derzeit verschiedene vielversprechende Ansätze für alternative Kraftstoffe: So hat etwa Audi einen Bio-Diesel entwickelt, der ebenso vielseitig ist wie Lävulinsäure, allerdings nicht aus Nahrungsresten hergestellt werden muss: Bei dem Photosynthese-ähnlichen Verfahren wird vielmehr das CO2 aus den Abgasen „recycelt“ und quasi wieder in Kraftstoffe zurückverwandelt.  Das Verfahren funktioniert bereits im Labor, das einzige was für eine industrielle Produktion fehle, seien die passenden Investoren, so Audi im DMN-Interview.

 

Kommentare

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  1. Hans von Atzigen sagt:

    Es gibt innzwischen reihenweise Verfahren zur Gewinnung von
    Treibstoffen aus Biomasse.Alles längst ein alter Hut.
    Das Uhrverfahren wurde in den EMS-Werken, in den 30 Jahren entwikelt.
    Treibstoff aus Holz sowie Holzresten.
    Die entscheidende Kernfrage wird einmal mehr ausgeklammert.
    Die symple Mengenfrage.
    Zwischen real verfügbarer Biomasse zur Verarbeitung und sich daraus
    ergebender Treibstoffmenge, im Abgleich zum aktuellen Bedarf,
    klafft eine Riesenlücke.
    Fazit:
    Allzuviel mehr als eine interessante ,,Spielerei,, ist auch das nicht.
    Ganz klar keine Lösung der Energiefrage!
    Da ist die Umweltfrage nur noch Pinatz .
    Offensichtlich fehlt es inzwischen bei sog. Fachleuten an elementarstem
    Wissen in den Bereichen.
    Physikalisch längst bekanntem Wissen im Bereich Energetik und sympler Mengenleere.
    Freundliche Grüsse

  2. Werner sagt:

    Das Verfahren ist zwar interessant aber es wird sich wegen der Kosten nicht gegen die künftige Kraftstofferzeugung durch den Dual-Fluid-Reaktor (DFR) durchsetzen. Dieser Reaktor wird am Institut für Festkörper-Kernphysik in Berlin entwickelt (http://dual-fluid-reaktor.de/). Er ist absolut sicher und erzeugt Strom unter 1ct/kWh. Den Brennstoff kann er sich selbst erzeugen und auch den zwischengelagerten Kernenergiemüll mit verfeuern. Der geringe Restmüll ist spätestens nach 300 Jahren harmlos. Wenn der DFR bei hohen Betriebstemperaturen betrieben wird, sind Verfahren der hochtemperatur Prozesschemie möglich. So ist die sehr kostengünstig CO2-freie Kraftstoffproduktion möglich und die bisherigen Treibstoffe können durch billigere Energieträger ersetzt werden. Das teure E-Auto stirbt gleich mit.