Ermittlungen bei Broker-Firmen belasten Chinas Börsen

Nachdem Chinas Behörden Ermittlungen gegen zwei große Broker-Firmen eingeleitet haben, sind die Aktienmärkte des Landes am Freitag auf Talfahrt gegangen. Der Shanghai Composite Index beendete den Handel um 5,48 Prozent im Minus bei 3436,3 Punkten. Die neuesten Daten der chinesischen Statistikbehörde hatten die Talfahrt noch verstärkt.

Am Donnerstag hatte die chinesische Börsenaufsicht mitgeteilt, gegen beide Wertpapierhändler Untersuchungen wegen Regelverstößen eingeleitet zu haben. Zuvor waren die Behörden gegen den Chef von CITIC, Cheng Boming, und andere hochrangige Finanzmanager vorgegangen. Die Reaktion an den Märkten kam prompt. Der Shanghai Composite Index beendete den Handel um 5,48 Prozent im Minus bei 3436,3 Punkten. Der Component Index in Shenzhen büßte sogar 6,31 Prozent auf 11961,7 Punkte ein. Zu den größten Verlieren des Tages gehörten die Aktien der Broker CITIC Securities und Guosen Securities, deren Papiere um jeweils zehn Prozent nachgaben – der maximal mögliche Tagesverlust, bevor die Unternehmen vom Handel ausgesetzt werden.

Peking macht die Finanzkonzerne mitverantwortlich für die Börsenturbulenzen, die das Land in den vergangenen Monaten erlebte. Im Sommer hatte der chinesische Leitindex in Shanghai innerhalb weniger Wochen knapp ein Drittel seines Wertes verloren. Getrieben von Privatanlegern, die massenhaft Aktien auf Kredit gekauft hatten, waren die Börsen zuvor über Monate stark gestiegen. Kritiker werfen Peking vor, mit dem Schlag gegen die Finanzbranche lediglich Sündenböcke für die Verwerfungen an den Märkten zu suchen.

Neben den eingeleitet Ermittlungen belasteten aber auch enttäuschend Industriedaten die Stimmung an den Aktienmärkten in China. Aus Daten des Statistikamtes ging hervor, dass die chinesische Industrie im Oktober deutlich weniger verdiente. Sie kämpft unter anderem mit höheren Kosten. Schlecht lief es vor allem in der Öl-, Stahl-, Kohle- und Bergbau-Branche. Es ist bereits der fünfte Rückgang in Folge. Der Euro tendierte in Fernost kaum verändert bei 1,029 Dollar. Der Dollar wurde mit 122,35 Yen gehandelt.

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