Linde kürzt wegen schwächelnder Industrie Gewinnprognose

Die gesunkenen Ölpreise und die Preiskürzungen bei der US-Tochter haben Linde stark getroffen. Der Konzern gab eine Gewinnwarnung heraus. Die angepeilten Ergebnisse für 2017 werden nicht erreicht werden.

Wegen der schwächelnden Industrie in vielen Ländern kürzt der deutsche Gashersteller Linde seine Gewinnprognose. Im Jahr 2017 werde das operative Konzernergebnis voraussichtlich nur zwischen 4,2 und 4,5 Milliarden Euro liegen, teilte der Münchner Konzern am Montagabend mit. Vor einem Jahr war das Unternehmen noch von 4,5 und 4,7 Milliarden Euro ausgegangen.

Zu schaffen machen Linde auch Preiskürzungen für seine US-Gesundheitstochter, die wohl stärker als erwartet ausfielen. Zudem wirken sich die gesunkenen Energiepreise auf die Anlagenbautochter aus, die etwa Maschinen für die Verarbeitung von Rohöl und Erdgas anbietet. Die Kunden der Sparte hielten sich mit Investitionen zurück, erklärte der Konzern.

Das klassische Industriegasgeschäft hatte im abgelaufenen Quartal dem Unternehmen noch über die Schwäche der Förderbranche hinweggeholfen. „Die Linde AG erreicht aus heutiger Sicht das für 2017 angestrebte Return on Capital Employed (ROCE) Ziel von 11 bis 12 Prozent nicht mehr und erwartet nun einen Wert von 9 bis 10 Prozent“, hieß es von Seiten des Unternehmens.

Für Aufruhr sorgte zuletzt der Konkurrent Air Liquide. Die Franzosen verständigten sich mit dem Management des US-Unternehmens Airgas auf einen Preis von 143 US-Dollar je Aktie. Der Deal habe inklusive der Schulden von Airgas ein Volumen von 13,4 Milliarden Dollar (12,5 Mrd Euro). Die Airgas-Aktionäre und die Kartellbehörden müssen noch zustimmen. Mit der Übernahme würde der Linde-Rivale nicht nur sein US-Geschäft deutlich ausbauen, sondern auch gemessen am Umsatz wieder zum größten Industriegase-Hersteller der Welt werden. Linde hatte den Franzosen etwa durch den Kauf des britischen BOC-Konzerns den Rang abgelaufen.

Airgas-Gründer und -Verwaltungsratschef Peter McCausland hatte sein Unternehmen mit dem Zukauf Hunderter kleinerer Firmen zum größten Anbieter für Gase in den USA gemacht. Airgas setzt von seinen 5,3 Milliarden US-Dollar 98 Prozent in der Heimat um. Neben Industrie- und Medizingasen bietet das Unternehmen auch Spezialgase an. Der US-Markt ist wegen des billigen Schiefergases zuletzt zu einem attraktiven Markt für europäische Industriebetriebe geworden.

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