Österreich: Jeder vierte Migrant fühlt sich überqualifiziert

Angesichts des derzeitigen Flüchtlingsstroms wird auch wieder die Frage nach der Anerkennung der Qualifikation der Flüchtlinge und Migranten aufgeworfen. Hierbei entscheidet sich oft, ob es langfristig eine gute Perspektive gibt und in Folge dessen auch eine gelungene Integration stattfinden kann. Eine neue Studie zeigt, dass hier ein erheblicher Nachholbedarf besteht.

Sowohl die zahlreichen Flüchtlinge aus dem arabischen Raum als auch die Migranten aus den EU-Nachbarländern können der österreichischen Wirtschaft in den kommenden Jahren einen Aufwind geben. Werden diese gut integriert und finden einen Arbeitsplatz stärkt das nicht nur Personalliste der Unternehmen, sondern auch die Binnennachfrage. Entscheidung dabei ist aber vor allem die Frage nach der Qualifikation.

Wie die aktuelle Studie „Arbeitsmarktsituation von Migrantinnen und Migranten in Österreich“ der Statistik Austria zeigt, fühlen sich nämlich ein Viertel der Migranten überqualifiziert. Bei den in Österreich geborenen sagen das nur knapp neun Prozent der Beschäftigten. Vor allem im Ausland geborene Frauen, und hier Frauen aus EU-Ländern, fühlten sich überqualifiziert (38,3 %).

Der Knackpunkt dabei ist vor allem die Frage nach der Anerkennung des Bildungsabschlusses. Und hier sind Schwächen bei den österreichischen Behörden und bei den Migranten selbst zu sehen. So haben zwar drei Viertel der im Ausland geborenen Personen ihre höchste Ausbildung im Ausland absolviert, aber nur etwa 24 Prozent stellten einen Antrag auf Anerkennung ihrer Qualifikationen. Immerhin wurden von den eingereichten Anträgen die überwiegende Mehrheit im Sinne der Migranten entschieden.

Tatsächlich müssten mehr Migranten dazu gebracht werden, einen entsprechenden Antrag überhaupt erstmal zu stellen. „Wiesen im Ausland Geborene mit ausländischem Bildungsabschluss im Jahr 2014 insgesamt eine Erwerbstätigenquote von 63,3% auf, lag diese bei Personen mit anerkannter ausländischer Ausbildung bei 73,4%“, heißt es in der aktuellen Studie. Entsprechend geringer ist hier auch der Anteil derjenigen, die sich überqualifiziert fühlen.

 

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