Zu viel Konsum: Schweizer haben Müllproblem

Die Schweiz gehört zu den Ländern mit den höchsten Abfallquoten überhaupt. Hunderte Kilogramm fallen pro Kopf an. Doch das Problem ist nicht allein das Recycling, sondern die unglaubliche Zunahme des Konsums.

Wachsender Versandhandel, Rastlosigkeit und die Suche nach Befriedigung zumindest beim Einkaufen – während in Paris überwiegend über CO2-Ausstoß gesprochen wird, breitet sich ein ganz anderes Umweltproblem ebenfalls aus. Der kommunale Müll bzw. der Siedlungsabfall wächst in vielen Staaten erheblich. Die Schweiz etwa weist eine der höchsten Pro-Kopf Abfallquoten der OECD-Länder auf. 700 Kilogramm Müll pro Kopf generieren die Schweizer jedes Jahr, wie ein aktueller OECD-Bericht zeigt.

Damit liegt die Schweiz nur knapp hinter den USA (725kg) und Dänemark (751kg), aber immer noch fast 200 Kilogramm über dem OECD-Durchschnitt. Dabei ist ein Zusammenhang zwischen dem wachsenden städtischen Müll, dem wachsenden BIP und einem Konsumanstieg zu sehen. Zwischen 1990 und 2013 stieg der städtische Müll um 17 Prozent.

Auch der Bericht des Bundesrates „Umwelt Schweiz 2015“ wirft ein kritisches Bild auf die Schweiz. „Würden alle Länder so viel Ressourcen beanspruchen wie die Schweiz, wären rund 2,8 Erden dafür notwendig“, heißt es darin. „Der Ressourcenverbrauch der Schweiz übersteigt das naturverträgliche Mass  –  insbesondere wenn man die globalen Auswirkungen berücksichtigt“. Aufgrund ihrer Wirtschafts- und Konsummuster trage die Schweiz nicht nur im eigenen Land, sondern immer mehr weltweit zur Übernutzung natürlicher Ressourcen und Ökosysteme bei.

Aus dem Bericht geht auch hervor, dass ein Großteil der Umweltbelastung, die durch den Schweizer Konsum verursacht wird, vor allem auch im Ausland anfällt. „Der inländische Treibhausgasausstoss pro Person ist seit 1990 deutlich gesunken; addiert man allerdings die durch Importgüter im Ausland verursachten Emissionen hinzu, ergibt sich eine Zunahme der Pro-Kopf-Emissionen.“ Rund die Hälfte der 2013 angefallenen Siedlunsgabfälle sei recycelt und die andere Hälfte in Kehrichtverbrennungsanlagen verbrannt worden.

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