Gegen den Dollar: Goldman Sachs plant eigene Währung

Goldman Sachs will, dass Spekulanten schneller an ihr Geld kommen: Herkömmliche Transfers von Geld dauern zu lange. Daher will Goldman eine eigene, virtuelle Währung mit dem Namen SETLcoin auf den Markt bringen.

Die US-Investmentbank plant ihre eigene virtuelle Währung, um den Handel mit Finanzprodukten wie Aktien und Anleihen zu erleichtern. Die Währung solle SETLcoin heißen, teilte Goldman Sachs am Donnerstag in einem Schreiben an die US-Aufsichtsbehörden mit. In den Handelsräumen der großen Banken und Handelshäuser stehen zwar Computer, die jede Transaktion in einem Bruchteil von Sekunden umsetzen, es dauert aber immer noch Tage, um das Geld und die Finanzprodukte tatsächlich an neue Besitzer zu transferieren. In dieser Zeit können Käufer oder Verkäufer zum Beispiel Pleite gehen.

Goldman Sachs will nun mit seiner virtuellen Währung erreichen, dass dieser Teil des Geschäfts ebenfalls in Sekunden abgewickelt werden kann. SETLcoin wäre keine neue virtuelle Währung wie Bitcoin, aber wie sie würde sie programmiert. Auch andere Banken testen zur Zeit virtuelle Währungen für ihre Geschäfte – etwa die britische Barclays, die US-Bank Citigroup und die Banco Santander in Spanien.

Die virtuelle Währung Bitcoin war 2009 als Antwort auf die Finanzkrise erfunden worden. Geschaffen wurde sie von einem unbekannten Programmierer, der eine von Staaten, Zentralbanken und anderen Finanzinstituten unabhängige Währung wollte. Das virtuelle Geld wird durch komplexe Verfahren berechnet – der Wechselkurs zu echten Währungen schwankt stark.

Kommentare

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  1. fishman sagt:

    Das wird ein Fest für Häcker auf der ganzen Welt werden. Und wer hat dann den Quellcode, um die Währung beliebig vermehren zu können? Irgendwie so muss es doch funktionieren.
    Da glaubt man das „Schneeballsystem“ einigermaßen durchschaut zu haben und schon geht es viel komplizierter von neuem los.
    Bargeld wäre dann natürlich der Sand im Getriebe! Und welche Rolle wird Gold dann noch spielen?