Abgas-Skandal: Audi-Belegschaft liefert Hinweise zur Aufklärung

Zahlreiche Hinweise aus der Belegschaft haben zur Aufklärung der Abgas-Affäre bei Audi beigetragen. Konzernchef Stadler lobte dieses Verhalten der Mitarbeiter als Zeugnis von „Zivil-Courage“. Die Konzernspitze selbst hatte lange geleugnet, Abgas-Werte im Prüfstand per Software manipuliert zu haben.

Audi-Chef Rupert Stadler hat den Aufklärungswillen von Beschäftigten der VW -Tochter im Diesel-Abgasskandal gelobt. Er begrüße die zahlreichen Hinweise aus der Belegschaft zur Aufklärung der Abgas-Affäre, erklärte Stadler am Dienstag auf der Betriebsversammlung in Ingolstadt. „Sie zeugen von Zivil-Courage.“ Der Premiumautobauer hatte nach anfänglichem Leugnen im November zugegeben, bei einem Sechszylinder-Motor ein Programm zum Herunterregeln der Stickoxid-Werte im Prüfstand eingebaut zu haben. Die US-Umweltbehörde EPA hatte über den Verstoß berichtet, nachdem sie zuvor schon die Manipulation von Abgaswerten bei kleineren Motoren aufgedeckt hatte.

Die Ingolstädter haben den Motor entwickelt, der nach Angaben der EPA in 85.000 Fahrzeugen der Marken Audi und auch im Porsche-Geländewagen Cayenne eingebaut ist. Audi hatte erklärt, die in den USA beanstandete Software-Funktion sei den Behörden dort nicht richtig gemeldet worden. In Europa sei sie legal. Nach Stadlers Worten steht nun eine rasche, unkomplizierte Lösung zur Diskussion. „Wir kommen der Lösung jeden Tag einen Schritt näher“, wird er in einer Mitteilung des Betriebsrates zitiert.

Vom Diesel-Abgasskandal sind rund elf Millionen Fahrzeuge des VW-Konzerns weltweit betroffen. Die Software-Manipulation hat das Unternehmen in die größte Krise seiner Geschichte gestürzt und wird zig Milliarden Euro Kosten für Rückrufaktionen und Rechtsstreit nach sich ziehen. VW-Chef Matthias Müller will am Donnerstag in Wolfsburg über die Aufarbeitung des Skandals informieren. Bei Audi wie bei Volkswagen galt bis Ende November eine Amnestie-Regel, nach der Mitarbeiter ohne arbeitsrechtliche Sanktionen fürchten zu müssen ihr Wissen über die Schummelei offenbaren können.

Um die Folgen des Abgasskandals ging es auch auf der Betriebsversammlung des VW-Werkes in Kassel. Der Betriebsrat befürchtet für die Getriebe-Produktion dort eine erhebliche Auslastungsdelle. Mit der Werkleitung werde über den Einsatz von Zeitguthaben auf den Arbeitszeitkonten verhandelt, um das aufzufangen, ohne dass befristet Beschäftigte gehen müssen. „Wir lehnen die Pläne des Vorstands zum Abbau von Zeitarbeitsbeschäftigten für den Standort Kassel ab“, erklärte der Betriebsratsvorsitzende Carsten Bätzold. Die im Januar auslaufenden Zeitarbeitsverträge zumindest sollen um ein halbes Jahr verlängert werden.

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