Aufseher: Niedrigzinsen bedrohen Versicherer

Die europäischen Versicherer stehen aufgrund der Niedrigzinsen unter Druck. Für Unternehmen wird es zunehmend unattraktiver, Geld anzulegen. Zudem können die Versicherer ihre Renditeversprechen ohnehin nicht mehr einhalten.

Die anhaltenden Niedrigzinsen bleiben für Europas Versicherer nach Einschätzung ihrer Aufseher eine der größten Gefahren. Weil die Unternehmen freiwerdendes Geld nicht mehr zu den gleichen Konditionen wieder anlegen könnten, würden vor allem Lebensversicherer zur „Jagd nach Rendite getrieben“, beklagte die Europäische Versicherungsaufsicht Eiopa am Mittwoch in ihrem jüngsten Bericht zur Finanzstabilität der Branche. Die zweite wichtige Gefahr sei ein „Doppelschlag“, bei dem der Wert der Kapitalanlagen sinke und die Haftungsrisiken stiegen.

Die 2016 unter dem Namen „Solvency II“ in Kraft tretenden Kapital- und Aufsichtsregeln werden die Widerstandsfähigkeit der Versicherer nach Ansicht der Eiopa allerdings verbessern. Die Aufsichtsbehörde will dann auch ihren nächsten Stresstest durchführen. Dieser werde die Auswirkungen der Dauer-Niedrigzinsen ebenso unter die Lupe nehmen wie die Folgen des „Doppelschlag-Szenarios“, sagte Eiopa-Präsident Gabriel Bernardino.

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  1. H. J. Weber sagt:

    Wer hat denn überhaupt seine Versprechen eingehalten?
    Wenn ich daran zurückdenke, was mir 1977, als ich mich als Handwerksmeister selbständig gemacht habe, von der gesetzlichen Rentenversicherung und der gesetzlichen Krankenversicherung vorgelogen wurde für die Zukunft, dann kann ich heute nicht mehr glauben, dass ich so naiv war und habe den Blödsinn geglaubt.
    Die Leistungen der privaten Versicherungen sind dagegen (gerade bei Altverträgen) nur minimal gekürzt worden.
    Bei den gesetzlichen könnte ich seitenweise über Kürzungen seit 1977 berichten.
    Meine private Goldanlagen fürs Alter sind seit 1977 im Durchschnitt um etwa 9% pro Jahr gestiegen und das ganz legal steuerfrei.

    Viele Grüße
    H. J. Weber