Brillenhersteller Rodenstock bekommt neuen Eigentümer

Der Eigentümer von Rodenstock gibt das Unternehmen an eine amerikanisch-britische Beteiligungsgesellschaft weiter. Der Brillenhersteller hat sich von seiner tiefen Krise erholt. Selbst nach Steuern erwartet Rodenstock - ungewöhnlich für eine Firma in der Hand von Finanzinvestoren - ein „deutlich positives“ Ergebnis.

Der Brillenhersteller Rodenstock bekommt einen neuen Eigentümer. Der Finanzinvestor Bridgepoint reicht das Münchener Unternehmen im Paket mit einigen kleinen Beteiligungen an die amerikanisch-britische Beteiligungsgesellschaft Compass Partners weiter, wie zwei mit der Transaktion vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch sagten. Compass werde deutlich mehr als 50 Prozent übernehmen, Bridgepoint bleibe mit einem kleinen Anteil an Rodenstock engagiert.

Das Traditionsunternehmen mit 4500 Mitarbeitern hat sich von seiner tiefen Krise in den vergangenen Jahren wieder erholt. Für das laufende Jahr peilt Rodenstock einen Rekordumsatz von 421 Millionen Euro an, das sind 3,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der operative Gewinn werde auf 84 (2014: 82) Millionen Euro steigen. Selbst nach Steuern erwartet Rodenstock – ungewöhnlich für eine Firma in der Hand von Finanzinvestoren – ein „deutlich positives“ Ergebnis. Vorstandschef Oliver Castalio hofft mit dem neuen Eigentümer auf weitere Gelegenheiten zu wachsen – auch durch Zukäufe. „Jetzt beginnt eine neue Phase in unserer Entwicklung“, sagte er. Derzeit steht unter anderem der deutsche Konkurrent Eschenbach Optik zum Verkauf.

Rodenstock selbst bestätigte nur, dass Bridgepoint Compass als weiteren Gesellschafter an Bord genommen habe. Die auf die Übernahme ganzer Beteiligungs-Portfolien spezialisierte Compass erklärte, man habe „bestimmte Beteiligungen“ von Bridgepoint für zusammen 360 Millionen Pfund (fast 500 Millionen Euro) erworben, ohne Namen zu nennen. Sie würden aber weiterhin von Bridgepoint betreut. Bridgepoint musste die Unternehmen loswerden, weil der Fonds ausläuft, mit dem ihre Übernahme finanziert worden war. Durch den Einstieg von Compass Partners könne Bridgepoint 430 Millionen Euro an die eigenen Fondsanleger weiterreichen, sagte einer der Insider.

Bridgepoint hatte 2007, kurz vor der Finanzkrise, allein für Rodenstock insgesamt 700 Millionen Euro gezahlt. Das Unternehmen geriet aber wenig später in eine tiefe Krise und schrammte knapp an der Pleite vorbei.

Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar zum Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.