Automatisierung: Roboter erobern Supermärkte und Felder

Maschinen kontrollieren vollautomatisch immer mehr Bereiche von Super-Markt-Regalen bis zu landwirtschaftlichen Feldern. In Geschäften kontrolliert ein Roboter vollautomatisch die Regale. In China wurde jüngst eine Drohne speziell für den Einsatz in der Landwirtschaft entwickelt.

Roboter erobern derzeit in beeindruckendem Tempo neue Industrie- und Geschäftszweige: Nun kommen die Logistikroboter erstmals aus den Lagerhallen in die Geschäfte: Ein Start-up namens Simbe Robotics hat einen Roboter für den Einzelhandel vorgestellt, der vollautomatisch Regale in Geschäften kontrolliert. Das Modell namens Tally fährt in den USA bereits in ersten Tests vollautomatisch durch die Regale, berichtet das Technologiemagazin Technology Review.

Tally hat eine ganze Reihe von Sensoren, die ihm nicht nur ermöglichen, sich eigenständig durch den Laden zu bewegen: Der Roboter scannt Produkte und nimmt Regaldaten auf, während er durch die Reihen fährt. Er sucht selbstständig nach leeren oder fast leeren Stellen, falsch etikettierten oder falsch herum eingeräumten Produkten. Bisher kann der etwa meterhohe Roboter die Fehler jedoch nicht selbstständig korrigieren, sondern sendet die Informationen nur mit Handlungsvorschlägen per App an den Verkäufer.

Eine besondere Infrastruktur braucht der Roboter nicht. Er kann laut Hersteller in jedem beliebigen Ladengeschäft eingesetzt werden. Zum Aufladen fährt die Maschine in eine Aufladestation. Ziel sei es zwar, die Personalkosten zu reduzieren, allerdings eher dazu, dass die Mitarbeiter die Überwachungsaufgaben abgeben können. Denn der Roboter sieht zwar mehr Fehler als der Mensch – ausbessern müssen die Mitarbeiter die Regale letztlich aber selbst.

Doch nicht nur im Einzelhandel schreitet die Automatisierung voran: Ein ganz anderer Roboter mit speziellen Flugfähigkeiten erobert derzeit die Landwirtschaft. Der weltgrößte Hobby-Drohnen-Bauer DJI stellt künftig Profi-Drohnen speziell für den Einsatz über Feldern her. Die Landwirtschaft gilt als milliardenschwerer Zukunftsmarkt für den Drohneneinsatz. Die Flugroboter bilden einen wichtigen Teil einer umfassenden Automatisierung der landwirtschaftlichen Produktion.

Der chinesische Technologiekonzern hat die Drohne speziell für die Landwirtschaft entwickelt. Das Fluggerät soll vor allem Pestizide über Feldern versprühen. DJI wolle damit den vielversprechenden Markt für industrielle Drohnen in der landwirtschaftlichen Produktion erobern, so ein Bericht des Wall Street Journals.

Der Preis der Acht-Propeller-Maschine soll bei 15.000 Dollar liegen – ein Vielfaches der Geräte mit denen die Hersteller bisher an Hobby-Piloten verdienten. Die Drohne sei mit einem 30-Liter-Tank für Pestizide ausgestattet und kann theoretisch bis zu zehn Hektar Farmland pro Stunde besprühen, muss allerdings derzeit bei voller Beladung alle 12 Minuten zum Aufladen zurück auf den Boden.

DJI verkauft sei 2013 Hobby- und Kameradrohnen und wird dieses Jahr voraussichtlich über eine Milliarde Dollar Umsatz machen. Der Drohnen-Hersteller-Verband hat in einer Studie die Landwirtschaft als den mit Abstand vielversprechendsten Markt für Drohnen ausgemacht. Demnach werde die Landwirtschaft 92 Prozent der auf 82 Milliarden Dollar geschätzten Wertschöpfung durch Drohnen in den USA in den kommenden zehn Jahren ausmachen.

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  1. Alex sagt:

    Interessant wird es, wenn der Roboter Unkraut erkennen und entfernen kann, anstatt Pestizide zu sprühen..