Österreichs Unternehmer sind EU-Spitzenreiter bei Online-Einkäufen

Der Anteil der E-Commerce betreibenden Unternehmen wächst, beim Einkauf liegt in Österreich sogar EU-weit vorn.

Österreichische Firmen führen EU-weit in Sachen Online-Einkäufe. Mit 68 Prozent liegt der Anteil der Unternehmen, die im Jahr 2014 E-Commerce betrieben haben, so hoch wie nirgends sonst in der EU. Das geht aus Daten der europäischen Statistikbehörde Eurostat hervor.

2,1 Milliarden Euro wurden in 2014 in Österreich von den Top-250-Onlineshops mit physischen Waren im Internet umgesetzt. Das Wachstum war mit 11,6 Prozent etwas höher als etwa in Deutschland, so eine Studie des ETH-Instituts. Die größte Verbreitung findet dabei nach wie vor über die Österreichische Post (42,0 Prozent) statt. Trends sind jedoch unter anderem eine verstärkte Verbreitung mobil verfügbarer Onlineshops und ein erhöhtes Angebot an Click & Collect, bei dem Kunden online getätigte Bestellungen im stationären Store abholen können. Auch Mobile wird im Kontext von Omnichannel immer wichtiger: Die mobile Website ist in diesem Jahr in Österreich der am meisten verbreitete zusätzliche Vertriebskanal.

Insgesamt erzielten die in der Europäischen Union (EU) ansässigen Unternehmen im vergangenen Jahr 17 Prozent ihres Gesamtumsatzes mit elektronischen Verkäufen an andere Unternehmen oder Verbraucher. 2008 lag dieser Wert bei zwölf Prozent. Wie in den vorangegangenen Jahren tätigten Unternehmen in der EU auch 2014 mehr Käufe als Verkäufe im Internet: 40 Prozent kauften online, während 19 Prozent im selben Zeitraum online verkauften.

Im Jahr 2014 setzten dabei 18 Prozent der Unternehmen in der EU ihre Waren elektronisch auf ihrem Inlandsmarkt ab, während der Online-Verkauf ins Ausland (der sogenannte grenzüberschreitende E-Commerce) geringer ausfiel: Acht Prozent verkauften online an Kunden in einem anderen EU-Mitgliedstaat und fünf Prozent an Kunden in Nicht-EU-Ländern. Diese Daten stammen aus einer Anfang 2015 durchgeführten Erhebung über die Nutzung von IKT (Informations-und Kommunikationstechnologie) und E-Commerce in Unternehmen.

In einigen EU-Mitgliedstaaten tätigten 2014 demnach mehr als die Hälfte der Unternehmen elektronische Einkäufe, so etwa in Österreich (68 %), der Tschechischen Republik (56 %), Deutschland (54 %), Finnland und dem Vereinigten Königreich (je 51 %), so die Statistiker. Bei den Online-Verkäufen waren die Anteile in allen Mitgliedstaaten niedriger. Online-Verkäufe tätigte jedoch mindestens ein Viertel der Unternehmen in Irland (32 %), Schweden (28 %), Dänemark und Deutschland (je 27 %), Belgien (26 %), der Tschechischen Republik und den Niederlanden (je 25 %).

In allen EU-Mitgliedstaaten war der Anteil der Unternehmen, die auf dem Inlandsmarkt online an andere Unternehmen oder Verbraucher verkaufen, höher als der Anteil derer, die online an das Ausland verkaufen, so Eurostat. Außerdem überstieg der Anteil der grenzüberschreitenden elektronischen Verkäufe innerhalb der EU den Anteil der elektronischen Verkäufe an Nicht-EU-Länder. Durchschnittlich tätigten 18 Prozent der EU-Unternehmen elektronische Verkäufe im eigenen Land, während acht Prozent an andere EU-Mitgliedstaaten verkauften und fünf Prozent an Kunden außerhalb der EU.

Grenzüberschreitender E-Commerce innerhalb der EU wurde in Österreich von elf  Prozent der Unternehmen betrieben. Der Anteil der Unternehmen, die online an Drittländer verkauften, lag in jedem EU-Mitgliedstaat, ausgenommen Irland (12 %), unter zehn Prozent.

Die Studie zeigt auch, das IT meist nicht Betriebsintern verantwortet wird: Für den elektronischen Handel benötigten die Unternehmen IKT-Spezialisten, die webbasierte Lösungen entwickelten und betreuten, heißt es in der Studie. Nahezu zwei Drittel der EU-Unternehmen gaben an, 2014 Weblösungen entwickelt (64 %) und betreut (67 %) zu haben. Die meisten Unternehmen nutzten externe Ressourcen: Fast die Hälfte (49 %) vergab die Entwicklung von webbasierten Lösungen an externe Anbieter, während 15 Prozent dafür eigenes Personal einsetzten.

Ähnlich verhält es sich beim Personal für die Betreuung von webbasierten Lösungen: 49 Prozent der Unternehmen vergaben diese Tätigkeit nach außen, 18 Prozent ließen sie von ihren eigenen Mitarbeitern durchführen. Finnland (86 % der Unternehmen) und Dänemark (82 %) meldeten für 2014 sowohl für die Entwicklung als auch die Betreuung von webbasierten Lösungen die höchsten Anteile von Unternehmen. In allen EU-Mitgliedstaaten gab es mehr Unternehmen, die die entsprechenden Aufgaben auslagerten, als Unternehmen, die sie von eigenen Mitarbeitern ausführen ließen.

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  1. Geschwädz sagt:

    Tolles Foto.
    Dokumentiert das die EDV-Kenntnisse österreichischer „Unternehmer“ ?