Flüchtlingskrise treibt Binnenwirtschaft voran

Das Deutsche Institut für Wirtschaft erwartet für das kommende Jahr einen Anstieg des BIP um 1,7 Prozent. Vor allem der Inlandskonsum sei für das stabile Wachstum verantwortlich. Neben der guten Arbeitsmarktlage sind vor allem die öffentlichen Ausgaben für Asylsuchende dafür verantwortlich.

„Der private Verbrauch trägt maßgeblich zum Wachstum bei, allerdings zu einem Teil bedingt durch Sondereffekte wie dem gesunkenen Ölpreis“, erklärt das Deutsche Institut für Wirtschaft das prognostizierte Wachstum von 1,7 Prozent für dieses und das kommende Jahr. Für 2017 erwartet das Institut derzeit ein Wachstum von 1,5 Prozent. Doch nicht nur der private Konsum treibt die Inlandsnachfrage in Deutschland an.

Ausschlaggebend ist vor allem der Flüchtlingsstrom. Die staatlichen Ausgaben für Asylsuchende treiben die Nachfrage aufgrund von Transferleistungen, Sprachkursen etc .an. Dem DIW zufolge liegen die Bruttoausgaben des Staates bezogen auf die Asylsuchenden in diesem Jahr bei etwa sechs Milliarden Euro. Im kommenden Jahr dürfte dieser Wert auf 15 bzw. 17 Milliarden Euro ansteigen.

„Diesen Ausgaben werden – gleichwohl noch schwerer quantifizierbare – Mehreinnahmen gegenüberstehen, etwa bei der Mehrwert- und Lohnsteuer oder bei den Sozialbeiträgen“, so das DIW. Unter dem Strich dürften die öffentlichen Haushalte auch in den kommenden beiden Jahren mit einem Überschuss abschließen, wenngleich dieser über die Zeit geringer wird.

Die insgesamt kräftige Binnenwirtschaft wird in den kommenden Jahren dafür sorgen, dass die Importe schneller als die Exporte steigen. Die Exporte würden zwar weiterhin gut laufen, aber diese werden in den kommenden beiden Jahren nicht mehr zum Wachstum der deutschen Wirtschaft beitragen, so das Institut. „Die Ausgaben für Geflüchtete werden in den kommenden beiden Jahren wie ein massives Konjunkturprogramm wirken, vergleichbar mit dem während der globalen Finanzkrise in den Jahren 2009 und 2010“, sagt Marcel Fratzscher, der Präsident des DIW. Die größte Schwäche der deutschen Konjunktur seien die niedrigen öffentlichen und privaten Investitionen, die nahe ihres historischen Tiefpunkts verharren, trotz einer dynamischen privaten Konsumnachfrage.

Kommentare

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  1. cocooning sagt:

    Konjunktur auf Pump? Hohe Staatsquote von Griechenland, Italien, Portugal als Vorbild für Deutschland? Und wer zahlt die Steuer- und Sozialabgabenlast hierfür?

  2. Alex sagt:

    Na das ist doch was, ein Konjunkturprogramm, finanziert durch, einmal raten, den Schlafmichel.
    Nutznießer dieses Geldregens? Große Discounterketten und die private Bildungsindustrie, die ja auch ohnehin schon mehr und mehr das öffentliche Schulwesen unter ihre Krakenarme nimmt, damit die Industrie den willigen Lohnsklaven von übermorgen gar nicht erst importieren muss.

    Die Schuldfrage für den Flüchtlingsstrom ist m.E. klar, und natürlich können die Flüchtlinge selbst noch weniger dazu als wir, die wir das Treiben des Geldadels immerhin jahrzehntelang zuließen.
    Dennoch kann ich mir nicht helfen…habe heute beim Einkaufen erstmalig mit eigenen Augen eine richtige Flüchtlingsfamilie gesehen, immerhin, aber die schon mittags Bier saufenden, vor den Supermärkten herumlungernden, alleinstehenden Männer, die so gar nicht schmächtig oder hungrig wirken (jedenfalls nicht hungrig auf die herkömmliche Art), die sehe ich jedes Mal. Und Ursache hin oder her, ich will das nicht, es ist schon soweit, dass ich meine Frau im Dunkeln nicht mehr alleine los lasse.
    Herzlichen Dank und schöne Weihnachten, Merkel und Konsorten!

    • Alfred Beer sagt:

      Konjunkturprogramm ??

      Das sind doch nichts weiters als Staatsausgeben und somit neue Schulden !!
      Bezahlt von uns Idioten, die das hinnehmen.