Immobilien-Hype: Mieten in mittelgroßen Städten steigen

Die Mieten und Kaufpreise von Immobilien steigen in mittelgroßen Städten besonders stark, so eine Studie. Der Preisauftrieb werde laut Branchenverband vdp auch im kommenden Jahr anhalten. Eine Blase sehe man aber nicht, da auch Eigenkapitalanteil und Tilgungsraten bei der Kreditvergabe steigen.

Die Preise auf dem deutschen Immobilienmarkt werden den Pfandbriefbanken zufolge auch im kommenden Jahr steil ansteigen. „Der Preisauftrieb hält an“, sagte der Präsident des Branchenverbandes vdp, Jan Bettink. „Es ist im Moment ein gewisser Hype.“ Vor allem in den Großstädten sei die Nachfrage nach Wohnungen und Gewerbeimmobilien ungebrochen. Von einer flächendeckenden Blase könne aber keine Rede sein. Das wichtigste Kriterium dafür fehle: Eine exzessive Kreditvergabe durch Banken. Viele Anleger wollten ihr Geld sicher investieren. Das führe zu einem deutlich höheren Eigenkapitalanteil bei der Finanzierung und höheren Tilgungen insbesondere bei privaten Wohnungs- und Hauskäufen. „Das Risiko für die Banken ist heute deutlich kleiner als 2007/08“, sagte Bettink mit Blick auf die globale Finanzkrise.

Mieten und Kaufpreise von Immobilien steigen einer Studie zufolge in mittelgroßen Städten besonders stark. Von 2010 bis 2015 erhöhten sich die Neuvertragsmieten in Würzburg mit 34 Prozent am kräftigsten, erklärte das Portal ImmobilienScout24. Auf den weiteren Plätzen folgen Wolfsburg (31,2 Prozent) und Ingolstadt (31,1) vor Berlin (29,7) und Braunschweig (28,6). Noch stärker bewegen sich die Kaufpreise für Eigentumswohnungen nach oben. Sie erhöhten sich in Wolfsburg mit 69,4 Prozent am stärksten, gefolgt von Ingolstadt (67,8), München (61,3), Augsburg (58,0) und Berlin (55,2).

„Moderates Preisniveau und wirtschaftlich positive Rahmenbedingungen führen zu enormen Preissteigerungen“, erklärte Jan Hebecker, Leiter Märkte & Daten von ImmobilienScout24. „Denn attraktive Unternehmen ziehen Arbeitnehmer an, wodurch die Nachfrage auf dem Immobilienmarkt steigt.“ Dies treffe vor allem auf Wolfsburg zu. Die gute Autokonjunktur treibe hier ebenso wie in Ingolstadt und Augsburg die Immobilienpreise nach oben. „Die Preise in diesen Städten können sich viel stärker entwickeln, da das Ausgangsniveau noch deutlich niedriger ist als in anderen prosperierenden Regionen“, erwartet Hebecker.

Die Hypothekenbanken stellt der Boom inzwischen vor ein Problem: Weil immer mehr Banken in die Immobilienfinanzierung drängten, gingen die Margen zurück. Profitables Neugeschäft abzuschließen, werde zur Herausforderung. Andererseits nutzten viele Kunden die Niedrigzinsen zu vorzeitigen Rückzahlungen. Damit stagnierten die Kreditbestände oder gingen sogar leicht zurück. Das habe er so noch nicht erlebt, sagte Bettink. Die Lage werde sich 2016 nicht entspannen.

Kommentare

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  1. Norbert sagt:

    Über 1 Million fremde Asylbewerber / Wirtschaftsflüchtlinge, erfordern über 400 000 Wohnungen zusätzlich.
    Dieser Bedarf steigert die Nachfrage für Wohnraum und treibt damit die Mietpreise nach Oben.
    Wenn die, die Erstaufnahmelager verlassen, wird die Nachfrager noch stärker steigen, und damit die Mietpreise.
    Meistens im billig Segment, wodurch die Ärmsten / (H4) betroffen sind!
    Neben Mietpreisen steigen auch die Ausgaben für Krankenkassen, Rentenkassen, Bildung, usw.
    Alles Folgen der schwachsinnigen Politik der Merkel, die gegen das eigene Volk gerichtet ist, und dem Volk in allen Schichten schadet!