Metallpulver soll fossile Brennstoffe ersetzen

Wissenschaftler der kanadischen McGill University entwickeln derzeit Metallpulver als potentiellen Ersatz für fossile Brennstoffe. Statt Benzin könnte künftig Eisenpulver als Treibstoff dienen.

Wissenschaftler der kanadischen McGill University entwickeln derzeit Metallpulver als potentiellen Ersatz für fossile Brennstoffe. Statt Benzin könnte künftig Eisenpulver als Treibstoff dienen. Metallpulver sei als langfristiger Erdölersatz den bisherigen Alternativen wie Wasserstoff, Biodiesel oder Elektrobatterien überlegen, so eine aktuell im Fachmagazin Applied Energie veröffentlichte Studie. Voraussetzung dafür sei, dass das Pulver mithilfe sauberer Energiequellen hergestellt wird.

„Vor allem der Strom aus Solar- und Windenergie kann für viele Dinge derzeit nicht verwendet werden, für die Öl und Gas heute verwendet werden, etwa Transport und globaler Energiehandel“, so Jeffrey Bergthorson, leitender Autor der neuen Studie, in einer Mitteilung der Hochschule.

 

„Biokraftstoffe können ein Teil der Lösung sein, sind aber nicht in der Lage, die gesamte Nachfrage zu decken; Wasserstoff braucht große, schwere Kraftstofftanks und ist zudem hoch explosiv, und Batterien sind zu sperrig und speichern nicht genug Energie für viele Anwendungen“, betont Bergthorson, Maschinenbau-Professor an der McGill. „Die Verwendung von Metallpulver als wiederverwertbarer Brennstoff, der saubere Primärenergie zur späteren Verwendung speichert, ist eine vielversprechende Alternative.“

Das neue Konzept besteht in der Verwendung winziger Metallpartikel in der Größe von Puderzucker, um externe Verbrennungsmotoren anzutreiben. Im Unterschied zu internen Motoren wird die Hitze von einer äußeren Energiequelle genutzt, um den Motor anzutreiben. Externe Motoren wurden früher in Dampflokomotiven eingesetzt und kommen heute etwa in Kraftwerken zur Gewinnung von Energie aus Kohle oder Biomasse zum Einsatz. Auch Feuerwerkskörper oder Raketen haben externe Antriebe.

Der entscheidende Vorteil der Metallpulver besteht in ihrer Wiederverwertbarkeit: Bei der Verbrennung oxidieren die Metalle mit der Luft zu stabilen, ungiftigen Feststoffen, die relativ leicht fürs Recycling eingesammelt werden können, statt sich wie das CO2 aus den Abgasen in der Atmosphäre zu verteilen.

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