Kursrutsch in China belastet europäische Börsen

Der heftige Kursrutsch am chinesischen Aktienmarkt hat den europäischen Börsen den Start ins neue Jahr gehörig vermasselt. Der Deutsche Aktienindex gab an der Börse in Frankfurt am Main am Montag um über drei Prozent nach.

Auch in London und Paris gerieten die Kurse stark unter Druck. China hatte zuvor den Börsenhandel ausgesetzt, nachdem ein wichtiger Leitindex um sieben Prozent eingebrochen war. Am späten Montagvormittag notierte der Dax im Vergleich zu Donnerstag, dem letzten Handelstag 2015, mit rund 3,5 Prozent im Minus. Der Index fiel von 10.743 auf 10.360 Punkte. Auch der französische Leitindex CAC 40 gab deutlich nach und verlor über zwei Prozent. Das britische Pendant, der FTSE 100, büßte 1,5 Prozent im Vergleich zum vorherigen Handelstag ein. Beeinflusst unter anderem von der chinesischen Entwicklung schloss auch die Börse in Tokio am Montag deutlich im Minus. Der Nikkei-Index verlor 3,06 Prozent.

Zusätzlich gerieten die Kurse durch die jüngsten Spannungen zwischen Saudi-Arabien und dem Iran unter Druck. Der Ölpreis zog am Montag aufgrund der Entwicklung deutlich an: Der Preis für ein Barrel Brent stieg um 2,44 Prozent auf über 38 Dollar. Auch der im Vergleich zu den vergangenen Wochen relativ starke Eurokurs – die Gemeinschaftswährung lag am späten Vormittag bei 1,09 Dollar – drückte auf die Stimmung an den Börsen der Euro-Länder.

Hintergrund des Kursrutsches in China waren neue Zahlen, wonach sich die Lage in der verarbeitenden Industrie Chinas im Dezember erneut verschlechtert hat. Zudem wurden die Anleger dadurch verunsichert, dass bestimmte Stützungsmaßnahmen für den Aktienmarkt bald auslaufen sollen. Seit Juli ist es Anteilseignern, die mehr als fünf Prozent eines Unternehmens besitzen, verboten, ihre Aktien zu verkaufen. Dieses Verbot endet am Freitag.

Außerdem wertete China am Montag die eigene Währung gegenüber dem Dollar ab. Die Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 6,5032 Yuan zu einem Dollar fest. Erstmals seit mehr als viereinhalb Jahren war das Verhältnis damit schwächer als 6,5 Yuan zu einem Dollar.

Beim verfrühten Handelsschluss am Montag stand der Leitindex CSI3000 der Shanghaier Börse 6,86 Prozent im Minus bei 3296,26 Punkten. In Shenzhen betrug das Minus 8,22 Prozent, der Leitindex schloss bei 2119,16 Punkten.

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  1. Hans von Atzigen sagt:

    Alle die sich in Wirtschaftsgeschichte wenigstens im Grobraster auskennen wissen
    Wirtschafts ein und Totalzusammenbrüche sind eine wiederkehrende Erscheinung.
    Der bekannteste und meistzitierte ist der von 1929 in den USA.
    Der damalige Zusammenbruch des Wertpapierhandels stürzte damals die Weltwirtschaft binnen 6 Monaten in den Globalen Zusammenbruch.
    Fundamental ist die Weltwirtschaft seit rund 25 Jahren in einem zunehmend kritischen
    Zustand. In dieser Zeit haben teilweise Umfangreiche Massnahmen offene und und
    ,,verdekte,, eine Wiederholung der Ereignisse von 1929 verhindert resp.Zeitlich erheblich gestreckt. Tja grundsätzlich gute Arbeit und Agieren.
    Das sollte jedoch nicht zur Annahme verleiten das ,,Spiel,, könne endlos weitergeführt werden,schlicht eine schöne Illusion.
    Letztlich wird die Sache auf der Ebene Realwirtschaft resp.Egebnis entschieden.
    Früher oder später werden die denn doch sehr ausgeklügelten Massnahmen und Eingriffe ins Leere laufen.
    Aufgeschoben heisst ganz klar nicht aufgehoben,Ausgehebelt.
    Freundliche Grüsse